Freitagspredigt

Hutba – Aufrichtig handeln

18. März 2011

 

Verehrte Geschwister,

in diesen Tagen feiern wir den Jahrestag der Geburt des Gesandten Gottes, Muhammad Mustafa (saw). Aus diesem Anlass werden überall großer Gedenkveranstaltungen organisiert. Auf der anderen Seite bereiten wir uns auf das Finale des diesjährigen Europäischen Koranrezitationswettbewerbs vor.

Verehrte Muslime,

Doch in diesen Tagen haben auch bedeutende Ereignisse in der Geschichte des Islams stattgefunden. Eines dieser Ereignisse ist ohne Zweifel der Kampf um Canakkale, bei dem Hunderttausende Menschen ihr Leben für ihre Freiheit und Unabhängigkeit geopfert haben.

Das wichtigste bei allen unseren Handlungen ist jedoch immer, das eigentliche Ziel, also das Wohlwollen Gottes, nicht aus den Augen zu verlieren. Denn alles andere wäre reine Zeitverschwednung. So heißt es im Koran: „Am Tage, an dem weder Vermögen noch Söhne helfen, sondern nur (gerettet wird), wer zu Allah mit reinem Herzen kommt!“ (Sure Schuarâ, [26:88][26:89])

„Allah achtet nicht auf euer Äußeres noch auf euren Reichtum, sondern auf eure Herzen und eure Taten.“ (Muslim), sagte unser Prophet. In einem anderen Hadith heißt es, dass außer den Gottesdiensten (Ibâdât), die um Allahs Zufriedenheit Willen verrichtet werden, keine Gottesdienste angenommen werden: „Ohne Zweifel, nimmt Allah nur die Taten an, die um seiner Zufriedenheit Willen gemacht werden.“ (Nasâî)

Verehrte Geschwister,

die Handlungen eines Muslims haben keinen Wert bei Gott, wenn dahinter nicht einzig und allein die Absicht steckt, die Zufriedenheit unseres Schöpfers zu erlangen. Keine Handlung ist von Bedeutung, wenn sie einem anderen Zweck dient als dem Wohlwollen Gottes – und sei es, dass man dabei sein Leben aufs Spiel setzt.

Schließlich ist es die Absicht (Niyya), die den Gläubigen (Mu’min) vom Heuchler (Munâfik) trennt. Das Ziel eines Heuchlers sind nur weltliche Dinge. Das Ziel eines Gläubigen hingegen ist nur die Zufriedenheit Allahs und ihm möglichst nahe zu stehen. Nur durch die richtige Absicht werden aus Worten und Handlungen Gottesdienste. Deshalb hat ein Gottesdienst, der ohne die richtige Absicht und ohne Aufrichtigkeit verrichtet wird, keinen Nutzen für den Menschen. So misst der Islam der Absicht große Bedeutung bei und unser Prophet hat erklärte, dass der Wert eines Gottesdienstes an die Absicht gebunden ist. (Buchârî) Das Gegenteil der richtigen Absicht und der Aufrichtigkeit ist die Angeberei. Mit den Gottesdiensten anzugeben und zu prahlen, ist eine geistige Krankheit, die die Gottesdienste zunichtemacht. Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Entwertet eure Almosen nicht durch Vorhaltungen und Verletzen von Gefühlen, wie derjenige, der Geld spendet, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah und den Jüngsten Tag glaubt“¦“ (Sure Bakara, [2:264])

 

IGMG-Irschadabteilung

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