Freitagspredigt

Hutba – Dankbarkeit für die Gaben Allahs

15. April 2011

Verehrte Muslime,

Allah, dem wir für all seine Gaben Dankbarkeit (Schukr) schulden, sagt im Koran: „Wahrlich, wenn ihr dankbar seid, will ich euch (noch) mehr geben. Seid ihr jedoch undankbar, dann ist Meine Strafe gewiss streng.“ (Sure Ibrâhîm, [14:7])

Die Gaben Allahs erleichtern dem Menschen sein Leben. Dankbarkeit zeigt die Wertschätzung dieser Gaben Gottes. Die Erde gleicht einem gedeckten Tisch, der dem Menschen stets zugänglich ist. Alles, was auf diesem Tisch zu finden ist, wurde für den Menschen geschaffen. Der Mensch steht im Zentrum der Schöpfung. Die Würde des Menschen hängt von mehreren Faktoren ab. Die Gesundheit, der Verstand, das Wissen und andere Eigenschaften sind es, mit denen er gesegnet wurde. Dann wurde er weitestgehend mit Besitz und anderen materiellen Gaben ausgestattet, die seinen Unterschied zu anderen Geschöpfen verdeutlichen. Der Mensch ist es, der die Welt „regiert“, ihm wurde sie anvertraut und er ist der Statthalter, der Kalif auf Erden. Die unzähligen Gaben, die selbst nach Jahrzehnten und Jahrhunderten kein Ende finden, umgeben den Menschen. Von ihm wird lediglich Dankbarkeit erwartet. Dabei bleibt es aber auch nicht. Allah verspricht sogar, die Gaben zu mehren, sofern seine Geschöpfe ihm gegenüber dankbar sind. Welch ein Geschenk ist es doch, ein Leben voll von Gaben zu führen und bei Dankbarkeit noch mehr zu bekommen!

Verehrte Geschwister,

die Dankbarkeit für jede Gabe liegt in der Form der Gabe selbst. Ein Leben nach Gottes Willen zu führen ist eine Gabe. Sich vom Gegenteil fernzuhalten, ist dessen Dank dafür. Sich Wissen aneignen zu können, ist eine Gabe und entsprechend dieses Wissens zu handeln und es weiterzugeben, ist dessen Dank. Besitztümer sind Gaben und sie in Form von Zakat, Sadaka zu spenden, ist der Dank dafür. Gesundheit ist eine Gabe und das Gebet (Salâh), das Fasten (Sawm) und das Gedenken (Zikr) bezeichnen den Dank dafür. Und auch Kinder zu haben ist eine Gabe. Diese entsprechend dem Wohlgefallen Allahs zu erziehen ist der Dank dafür.

Verehrte Muslime,

Dank äußert sich beim Menschen in Form von Kenntnis, Benehmen und Haltung. Durch die Kenntnis, wird ihm bewusst, von wem die Gabe kommt, durch die Haltung wird die Dankbarkeit deutlich und durch das Benehmen versucht man Allahs Regeln einzuhalten. Die eigentliche Dankbarkeit erfolgt mit dem Herzen, dem gesprochenem Wort und der Handlung. Das Gegenteil von Dankbarkeit, die Undankbarkeit, ist gegeben, wenn man Allahs Gaben nicht zu würdigen weiß und keine Dankbarkeit übt.

Der Dank rührt aus einem vollkommenem Glauben (İmân), denn Dank bezeichnet auch, sich dem Schicksal zu beugen und sich auf Allah zu verlassen. So lasst uns stets an die Gaben Gottes denken, liebe Geschwister. Mit diesem Bewusstsein können wir  das Wohlgefallen Allahs erlangen. Möge Allah uns alle zu den Dankbaren zählen!

IGMG-Irschadabteilung