Freitagspredigt

Hutba – Das Gebet

29. April 2011

8Verehrte Muslime,

arabisch „Salâh“ bezeichnet das rituelle Gebet, also eines der wichtigsten Gottesdienste (Pl. Ibâdât). Das islamische Gebet beginnt mit dem Takbîr (Allâhu akbar) und endet mit dem Salâm (Assalâmu alaykum wa rahmatullâh). Dazwischen werden bestimmte Haltungen eingenommen und Worte gesprochen. Das Gebet wird im Koran mehr als 90 mal erwähnt. Einige dieser Verse sind: „Beobachtet das Gebet und (besonders) das mittlere Gebet und steht vor Gott in Ehrfurcht.“ (Sure Bakara, [2:238]) „Und wenn ihr das Gebet beendet habt, dann gedenkt Allahs, sei es stehend, sitzend oder liegend“¦“ (Sure Nisâ, [4:103]) „Die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von unserer Gabe spenden.“ (Sure Bakara, [2:3]) „Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Steuer und beugt euch mit den Beugenden (im Gebet).“ (Sure Bakara, [2:43]) Eineinhalb Jahre nach der Hidschra wurde das Gebet während des Mirâdsch („Himmelfahrt“) für den Muslim zur Pflicht. Dies erklärt der Gesandte Allahs wie folgt: „In der Isrâ-Nacht wurden täglich fünfzig Gebete zur Pflicht. Dann wurde sie bis auf fünf reduziert. Dann wurde gesagt: „O Muhammad, wahrlich ein Wort bei uns wird nicht verändert. Das fünfmalige Gebet wird als fünfzigmalig gezählt.“ (Buchârî) Das Gebet wird als Mirâdsch des Muslims bezeichnet, weil es den Menschen in der Nacht des Mirâdsch geschenkt wurde.

Verehrte Geschwister,

die Wichtigkeit des Gebets wird dadurch deutlich, dass es nach dem Glauben (İmân) direkt an zweiter Stelle kommt. Der Gesandte Allahs überbringt den regelmäßig Betenden folgende gute Nachricht: „Die Zeit zwischen den fünfmaligen Gebeten, Freitagsgebeten und dem Ramadan ist eine Sühne für die kleinen Sünden.“ (Dschâmius Sagîr, Hadith Nr. 5170) „Das Gemeinschaftsgebet ist soviel wert wie 25 Gebete, die allein gebetet werden.„ (Dschâmius Sagîr, Hadith Nr. 5174) Das Gebet ist Pfeiler der Religion.“ (Dschâmius Sagîr, Hadith Nr. 5186) Dies sind nur einige der vielen Überlieferungen über die Wichtigkeit des Gebets. Ist ein Gottesdienst von solch großer Wichtigkeit, ist dessen Vernachlässigung ebenso gewichtig. Wer behauptet, das Gebet sei keine Pflicht für den Muslim, verlässt die Religion. Wer diese Pflicht aus Faulheit nicht verrichtet, gehört zu den Ungehorsamen. Das Gebet nicht zu verrichten, führt im Diesseits, sowie im Jenseits zu Konsequenzen. Unser Herr sagt: „»Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?« Sie werden antworten: »Wir gehörten nicht zu den Betenden.“ (Sure Muddaththir, [74:42-43]) „Und Wir bescherten ihnen von Unserer Barmherzigkeit und verliehen ihnen die hohe Sprache der Wahrheit.“ (Sure Meryem, [19:60]) Der Prophet Muhammad (saw) sagte: „Derjenige, der bewusst das Gebet vernachlässigt, hat keine Gunst mehr bei Allah und seinem Gesandten.“ (Ahmad bin Hanbal, , IV, 238, VI, 461)

Deshalb meine lieben Geschwister,

ist das Gebet ein Zeichen des Glaubens und Pfeiler unserer Religion. Es wird uns ins Jenseits als Licht in unserem Grab begleiten. Es ist ein Ausdruck unseres Dankes gegenüber Allah und unser geistiger Aufstieg. Deswegen sollten wir unser Gebet mit Gewissheit verrichten und auch unseren Kindern weitergeben. Vor allem sollten wir unsere Kinder zum Morgengebet wecken und an den Gemeinschaftsgebeten in der Moschee teilnehmen. Auf diese Weise widerfahren uns der Segen der Gemeinschaft und gleichzeitig ein 25mal höherer Lohn. Mögen wir und die kommenden Generationen zu denen zählen, die das Gebet mit Bedacht verrichten.

IGMG-Irschadabteilung

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