Freitagspredigt

Hutba – Das Jenseits nicht vergessen

23. November 2007

Verehrte Muslime,

der wichtigste der sechs Glaubenssätze – nach dem Glauben an Allah – ist der Glaube an das Jenseits (Âchira). So wie alles im Universum ein Ende hat, so wird auch unser Leben eines Tages enden. Gemäß der Vorsehung Allahs wurde alles vergänglich erschaffen und wird nach einer bestimmten Zeit sein Ende erreichen. Nach unserem Glauben wird ein Tag kommen, an dem es keine Spur mehr von dieser Welt und den Geschöpfen geben wird. Dieses vollkommene System wird zerstört werden und die Welt wird sich in eine andere Welt verwandeln. Alles, was besteht, wird zugrunde gehen. Im Koran wird in zahlreichen Versen darauf hingewiesen. Nur Allah, der Unendliche, wird übrigbleiben. Nach einer von Allah gesetzten Frist wird eine neue Welt, Âchira genannt, beginnen. Die Menschen, deren Seelen und Körper auferstehen werden, werden sich in die Gegenwart Allahs begeben. Unser Herr gibt im Koran folgendermaßen darüber Auskunft: „Dem Tag, an dem die Menschen vor dem Herrn der Welten stehen.“ [83:6] „An diesem Tage flieht ein jeder vor seinem Bruder, seiner Mutter, seinem Vater, seiner Frau und seinen Kindern. Jeder hat an diesem Tage genug mit sich selbst zu schaffen. An diesem Tage werden manche Gesichter strahlen, lachen und fröhlich sein. Und an diesem Tage werden manche Gesichter staubbedeckt sein, schwarz verhangen. Das sind die Ungläubigen, die Frevler.“ [80:34][80:35][80:36][80:37][80:38][80:39][80:40][80:41][80:42]

Verehrte Geschwister,

danach wird nach einer langen Wartezeit das große Gericht stattfinden, um die göttliche und wahre Gerechtigkeit zu verwirklichen. Die Engel, die damit beauftragt wurden unsere Handlungen in dieser Welt niederzuschreiben, werden die Bücher vorlegen. „An dem Tage, an dem jede Seele vorfinden wird, was sie an Gutem und was sie an Bösem getan hat“¦“ [3:30] „“¦Keinerlei Ungerechtigkeit an diesem Tag!…“ [40:17] „Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“ [99:7][99:8] Jedem Menschen wird gesagt: „Lies dein Buch! Du sollst heute selbst über dich Rechenschaft ablegen.“ [17:14]

Einigen wird ihr Buch von der rechten Seiten, anderen von der linken Seite gegeben werden. Wie in der Sure Hâkka berichtet wird, werden diejenigen, die ihr Buch von der rechten Seite bekommen, folgendes sagen: „“¦Nehmt nur! Lest mein Buch! Ich glaubte stets, dass ich zur Rechenschaft gezogen würde.“ [69:19][69:20] Dann werden sie in das für sie von Allah vorgesehene einzigartige Paradies eintreten. Diejenigen, die ihr Buch von der linken Seite erhalten, werden sagen: „“¦O dass mir doch mein Buch nicht gegeben worden wäre und ich nie gewusst hätte, wie es um meine Rechnungslegung steht! O hätte doch der Tod (endgültig) ein Ende mit mir gemacht! Mein Vermögen nützt mir nichts. Meine Macht ist dahin!“ [69:25][69:26] [69:27][69:28][69:29]

Ihre Reue wird aber keine Bedeutung mehr haben und auch, wenn sie bestreiten, was sie im Diesseits gemacht haben, werden – wie im folgenden Vers – ihre Ohren, Augen und ihre Haut von ihren Taten berichten und Zeugnis ablegen: „Heute versiegeln Wir ihren Mund, doch ihre Hände sprechen zu Uns, und ihre Füße bezeugen, was sie angerichtet haben.“ [36:65]

Verehrte Geschwister,

von diesen Begebenheiten, auf die wir hingewiesen haben und die im Jenseits stattfinden werden, sollten wir uns belehren lassen. Oder brauchen wir uns nicht auf diesen Tag vorzubereiten, der mit Sicherheit kommen wird und an dem wir für alles, was wir gemacht haben bzw. unterlassen haben zur Rechenschaft gezogen werden? Der Glaube an das Jenseits ist für den Menschen das beste Mittel der Kontrolle. Aus diesem Grund müssen wir unseren Glauben stärken. Denn, wer an das Jenseits glaubt, sagt und tut nichts schlechtes, verletzt nicht das Recht und versucht stets das Gute zu fördern. Er fürchtet sich nicht sich an die Tatsache des Todes zu erinnern. Im Gegenteil, indem sich oft den Tod vor Augen führt, zügelt er seine Begierden. Indem er das Gleichgewicht zwischen dem Diesseits und dem Jenseits herstellt, erlangt er Allahs Zufriedenheit. Er weiß, dass er nicht ohne Grund erschaffen wurde. Er denkt daran, dass eines Tages für alles Rechenschaft abgelegt werden muss, und verhält sich dementsprechend. Er erinnert sich stets an den folgenden Vers und bereitet sich auf das große Gericht vor: „Meint ihr etwa, Wir hätten euch zu Spiel und Zeitvertreib erschaffen und dass ihr nicht zu Uns zurückkehren müsst?“ [23:115]

IGMG – Irschad-Abteilung

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