Freitagspredigt

Hutba – Dawa: Tablîğ und Irschad

07. November 2008

Verehrte Muslime,

Tablîğ bedeutet, den Islam denen zu vermitteln, die ihn nicht kennen. Irschad hingegen ist das Bemühen den Muslimen Wissen über ihre Religion zugänglich zu machen, um somit ihren Glauben (İmân) zu festigen. Tablîğ richtet sich also an Nichtmuslime, während mit Irschad Muslime angesprochen werden. Für Muslime ist Muhammad der letzte Prophet, der von Gott gesandt wurde. Der Gesandte Gottes hat den Menschen gleichzeitig die letzte Offenbarung, also den Koran, gebracht. Die Tatsache, dass es keinen neuen Propheten und keine neue Offenbarung mehr geben wird, erlegt den Muslimen zwei wichtige Pflichten auf: Tablîğ und Irschad. So haben die Muslime die Aufgabe, den Islam den Nichtmuslimen näherzubringen und das Wissen der Muslime zu vervollständigen.

Verehrte Geschwister,

diese Verantwortung zur „Dawa“ gehört zur Sunna des Propheten und findet ihren Ausdruck beispielsweise in folgendem Vers: „Und wer führt bessere Rede, als wer zu Allah einlädt und das Rechte tut und spricht: „Ich bin einer der Gottergebenen“?“ [41:33] Die Aufforderung des Gesandte Gottes „Die Anwesenden sollen es denjenigen mitteilen, die nicht anwesend sind.“ (Aus der Abschiedspredigt des Propheten) betont die Aussage des Verses. Nicht nur die Notwendigkeit der Dawa, sondern auch die Methode wird im Koran zur Sprache gebracht: „Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.“ [16:125] Die Grundlage der Dawa ist also Weisheit und schöne Ermahnung.

Verehrte Muslime,

nachdem wir kurz über die Notwendigkeit und Bedeutung der Dawa gesprochen haben, möchten wir auf die heutige Situation eingehen. Der Tablîğ und der Irschad sind Gebote Gottes und gehören zur Sunna des Propheten. Gemäß der Sunna des Gesandten Gottes ist es erforderlich, dass jeder Einzelne persönlich besucht wird. Von Zeit zu Zeit können wir einen Rückgang der Gemeinschaft in den Moscheen beobachten, was sich auf die allgemeine Arbeit in den Gemeinden auswirkt. Dies ist zum Teil auch verständlich, wenn man beachtet, dass es viele anziehende Ablenkungsmöglichkeiten gibt, die die Menschen daran hindern, das Richtige zu tun. Aus diesem Grund müssen mehr Hausbesuche durchgeführt werden und Wege gefunden werden, die Moscheen attraktiver zu machen.

Insbesondere müssen wir die langen Winterabende für solche Besuche nutzen. Moscheevorstand und Imâm müssen zusammenarbeiten, um alle Mitglieder der Gemeinde zu besuchen. Mit anderen Worten: Wir müssen uns derjenigen Muslime annehmen, die sich von anderen Dingen ablenken lassen und sie in die Arbeit der Moscheegemeinde einbinden. Denn wir wissen, dass jeder Mensch der Zuneigung bedarf und ein guter Rat (Nasîha) zur richtigen Zeit immer wünschenswert ist. Schließlich möchten wir daran erinnern, dass der Gesandte Gottes in einem bekannten Hadîth sagte: „Religion (Dîn) ist guter Rat (Nasîha).“

IGMG-Irschadabteilung

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