Freitagspredigt

Hutba – Den Koran verstehen

11. Dezember 2009

Verehrte Muslime,

in unserer Hutba von letzter Woche haben wir auf die „2000 Gesprächskreise“ des IGMG-Jugendverbandes aufmerksam gemacht. Heute möchten wir über die Grundquelle des Islams und unseren Wegweiser, den Koran, sprechen. Über den Koran selbst heißt es im Koran: „Und bei ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; er allein kennt es. Er weiß, was zu Land und im Meer ist, und kein Blatt fällt nieder, ohne dass er es weiß. Und kein Körnchen gibt es in den Finsternissen der Erde und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht in einem deutlichen Buch stünde.“ [6:59]  In zwei anderen Versen wird der Koran wie folgt charakterisiert: „Dieses Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“ [2:2] „Dieser Koran leitet gewiss zu dem, was richtig ist, und verheißt den Gläubigen, die das Rechte tun, großen Lohn.“ [17:9]

 

Verehrte Geschwister,

Haris bin A’war (ra) berichtet: Ich ging in die Moschee und traf auf einige Leute, die sich dem sinnlosen Geschwätz hingegeben hatten. Ich ging zu Alî (ra) und sagte: „O du Führer der Gläubigen! Siehst du nicht, dass sich die Menschen in sinnlosem Geschwätz verloren haben.“ Alî (ra) fragte: „Tun sie das wirklich?“ „Ja“, antwortete ich. Daraufhin sagte er: „Ich habe den Gesandten Gottes folgendes sagen hören: „Seid vorsichtig! Großes Unheil (Fitna) wird kommen!“ Daraufhin fragte ich ihn, wie wir uns davor schützen können.“ Seine Antwort war: „Indem ihr am Buch Gottes festhaltet. Denn  in ihm befinden sich Nachrichten über jene, die vor euch waren, jene, die nach euch kommen und Urteile bezüglich euren Angelegenheiten. Er trennt das Rechte und das Unrechte in klarer Weise und er ist keine Spinnerei. Wer sich von ihm trennt, dem wird Gott sein Ende bereiten. Wer den rechten Weg außerhalb des Korans sucht, der wird in die Irre gehen. Er ist Gottes fester Halt (wörtlich: Seil) und voll von seinen weisen Worten. Er ist der gerade Weg (Sirât al-mustakîm). Er ist der Koran, der nicht entstellt werden kann, von dem die Männer des Wissens nicht genug bekommen können, den man zu wiederholen nicht müde wird und der mit all seinen Facetten in Erstaunen versetzt, solch ein Buch ist der Koran.“ (Tirmizî, 2906)

 

Verehrte Muslime,

an solch ein Buch glauben wir. Umso wichtiger ist es, dass wir eine diesem Buch würdige Gemeinschaft bilden. Dafür müssen wir jedoch in der Lage sein, den Koran zu lesen und zu verstehen, wofür vor allem die langen Abende der kommenden Wintermonate eine gute Gelegenheit bieten. Lasst uns diese Zeit auf diese Weise nutzen, anstatt sie vor dem Fernseher zu verbringen. Wer den Koran nicht lesen kann, sollte dies lernen, wer nur einige wenige Verse auswendig beherrscht, der sollte noch weitere lernen. Außerdem sollten wir uns die Koranübersetzungen und -kommentare zu Gemüte führen, um ein tieferes Verständnis zu entwickeln. Jeder einzelne sollte sich entsprechend seinen Vorkenntnissen um mehr bemühen. Auch unsere Jugend sollte sich dieses Anliegen zu Eigen machen und in ihren Gesprächskreisen und anderen Veranstaltungen umsetzen. Denn es ist eine große Ehre zu denjenigen, zu gehören, die den Koran lernen und lehren. Der Koran wird uns auch helfen – davon sind wir überzeugt -, die Prüfungen zu meistern, denen wir in diesen Tagen ausgesetzt sind. Denn der Koran nimmt sich jedem an und beschützt ihn, der sich für ihn einsetzt.

 

IGMG-Irschadabteilung

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