Freitagspredigt

Hutba – Der Mirâdsch des Muslims: Das Gebet

01. August 2008

Verehrte Muslime,

eines der Geschenke des Mirâdsch, nämlich das Gebet (Salâh), ist es, dass unsere Religion (Dîn) aufrecht erhält. Mehr als 90 Mal wird es im Koran erwähnt. Das fünfmalige Gebet wie wir es heute kennen, wurde den Muslimen eineinhalb Jahre vor der Hidschra in der Mirâdsch-Nacht zur Pflicht gemacht. Auch wenn es unter den früheren Gemeinschaften solche gab, die das Gebet verrichteten, war es vom Ritus her gesehen verschieden. Gemäß den Informationen in den Hadîthen wurden den Muslimen erst fünzig tägliche Gebete auferlegt, die dann auf fünf reduziert wurden. Dabei soll Allah zu Muhammad (saw) gesagt haben: „O Muhammad, unser Wort ändert sich nicht. Für dich zählen diese fünf Gebete soviel wie fünfzig.“ (Buchârî, Salât, 76, Muslim, İmân, 263)

Verehrte Geschwister,

diejenigen Muslime, die das Gebet in angemessener Weise verrichten, treten quasi fünfmal am Tag mit Allah in Kontakt. In diesem Sinne hat das Gebet eine große Bedeutung. Die erste Bedingung, um das Gebet vollständig zu verrichten, ist, sich der Bedeutung dessen im Klaren zu sein. Erst wenn man diese Bedeutung begriffen hat, versteht man, weshalb das Gebet unverzichtbar ist. Aus diesem Grund haben bedeutende Persönlichkeiten des Islams sogar im Sterbebett ihre Gebete nicht versäumt. Leider ist es so, dass die heutigen Muslime ihre Gebete grundlos versäumen. Dies liegt daran, dass sie deren Bedeutung nicht verstanden haben. Doch so wie es nicht möglich ist, ohne Luft oder Nahrung zu leben, so ist es eigentlich auch nicht möglich, dass ein Muslim dem Gebet fernbleibt. Denn während wir unseren materiellen Bedürfnisse entgegenkommen, können wir unseren geistigen Bedürfnisse mit den Gottesdiensten (Ibâda) – und allen voran das Gebet – befriedigen.

Verehrte Muslime,

die Kraft, die das Gebet zum unverzichtbaren Teil des Lebens macht, ist der Glaube. Der Wert einer Anweisung hängt ab von der Instanz, von der sie stammt. Die Verbindlichkeit der Anweisung ist abhängig vom Glauben an diese Instanz. Wenn nun ein Muslim seinen Glauben bezeugt aber trotzdem die Gebete vernachlässigt, ist das Problem eindeutig: Sein Glaube an Allah ist nicht vollständig. Seine Situation gleicht der eines kranken Baumes, der an der Wurzel erkrankt ist, weswegen dessen Blätter verwelkt und Früchte unbekömmlich sind. Die einzig sinnvolle Behandlung wäre ein, die an der Wurzel ansetzt. Die Wurzel dieses Baumes symbolisiert den Glauben, die Äste, Zweige und Früchte sind die Gottesdienste.

Demzufolge liegt der Grund für die Versäumnisse der Gottesdienste im schwachen beziehungsweise nicht ausgereiften Glauben.

Verehrte Geschwister,

so wie ein Muslim durch das verrichtete Gebet erhöht wird, so wird dem versäumten Gebet eine Strafe beigemessen. Diesbezüglich steht im Koran: „Die sich im Garten (des Paradieses) gegenseitig erkundigen werden nach den Sündern. „Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?“ Sie werden antworten: „Wir gehörten nicht zu den Betenden „¦“ [74:40][74:41][74:42][74:43] „Aber es folgte ihnen ein Geschlecht, welches das Gebet unterließ und seinen Begierden folgte. Doch wahrlich, sie gehen dem Verderben entgegen, außer denen, welche umkehren und glauben und Gutes tun. Diese werden in das Paradies eingehen und werden in nichts Unrecht erleiden „¦“ [19:59][19:60] Der Gesandte Gottes sagt: „Derjenige, der bewusst das Gebet vernachlässigt, hat keine Gunst mehr bei Allah uns seinem Gesandten.“ (Ahmad bin Hanbal, IV, 238, VI, 461) Aus den eben erwähnten Gründen sollten wir strengstens darauf achten, unsere Gebete nicht zu vernachlässigen und folgenden Vers im Hinterkopf behalten: „Siehe, Ich bin Allah. Es gibt keinen Gott außer Mir. Darum diene Mir und verrichte das Gebet im Gedenken an Mich.“ [20:14]

IGMG – Irschad-Abteilung

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