Freitagspredigt

Hutba – Der Ramadan

29. Juli 2011

Verehrte Muslime,

die ersten beiden Monate der gesegneten Drei Monate sind so gut wie verstrichen. Wir erwarten nun mit Aufregung den Monat Ramadan. Möge Allah uns unsere Gottesdienste erleichtern.

Verehrte Geschwister,

der Ramadan ist der Monat der Barmherzigkeit und Vergebung. Um den Ramadan mit den Worten des Propheten Muhammad (saw) zu beschreiben ist er ein Monat, dessen Anfang Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Errettung vor dem Höllenfeuer ist.„

Der Ramadan ist der Monat, in dem der Koran besonders intensiv gelesen wird. Vor allem in dieser Zeit versucht der Gläubige aus dem Koran Wissen zu schöpfen. In jedem Ramadan rezitierte der Gesandte Allahs mit dem Engel Dschibrîl (as) alle bis zu dem Zeitpunkt herabgesandten Koranverse. Daher stammt auch die Tradition des gemeinsamen Koranlesens.

Es ist der Monat der Takwâ und des Fastens. Das wertvollste und tugendhafteste Fasten erfolgt in diesem Monat. Ziel des Fastens ist es, die Gottesfurcht zu steigern. Der Koranvers, in dem über die Pflicht des Fastens berichtet wird, endet wie folgt: „[…] vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.„ (Sure Bakara, [2:183]) Die Belohnung des Fastens ist immens. In einem Hadith heißt es: „Wer aus reinem Glauben heraus im Ramadan fastet und sich die Belohnung allein von Allah erhofft, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.„ (Buchârî, Sawm, 6)

Der Ramadan ist der Monat der Freundlichkeit und Sanftmütigkeit. Der Gesandte Allahs empfahl, zu jederzeit Gutes zu sprechen, ein Lächeln im Gesicht zu haben und Provokationen mit „Ich faste.„ zu entgegnen. „Wenn einer von euch fastet, soll er sich nicht triebhaft verhalten. Er soll nicht schreien. Und wenn ihm jemand etwas Schlechtes sagt oder ihn provoziert, so soll er ‚Ich faste‘ sagen.„ (Muslim, Siyâm, 163)

Der Ramadan ist der Monat des Teilens und der Großzügigkeit, der Geschwisterlichkeit, des gegenseitigen Helfens, des Segens und der Tugenden. Der Ramadan ist der Monat, in dem die Gläubigen stärker als zuvor Gutes tun, den Waisen, Bedürftigen und Einsamen helfen und ihnen unter die Arme greifen.

In diesem Monat möchte jeder so viele Fastende wie möglich sättigen. Der Prophet Muhammad (saw) sagte: „Wer einen Fastenden sättigt, der wird belohnt wie der Fastende selbst. Ohne dass die Belohnung des Fastenden gemindert wird.„ (Tirmizî, Sawm, 82)

Verehrte Geschwister,

dieser Monat ist kein Monat, den man in Passivität verbringen sollte. Er sollte in vollen Zügen genossen und in besonderer Aktivität verbracht werden.

Der Ramadan ist Monat der Selbsterziehung. In ihm soll die Seele zur Ruhe kommen, das Herz besänftigt und die Triebe gezähmt werden. Sorgen materieller Natur sollen ihre Wichtigkeit verlieren und sSpiritualität deren Platz einnehmen.

Es ist ein Monat der Erziehung der Triebseele (Nafs) und der Monat der spirituellen Erziehung. In dieser Zeit werden Gefühle und Eigenschaften, wie Bescheidenheit, Aufrichtigkeit, Liebe und Sanftmut gefördert. Für Gott hat es keine Bedeutung, dass jemand, der das Lügen und den Betrug nicht unterlässt, sich des Essens und Trinkens enthält„ (Buchârî, Sawm, 8), sagte der Prophet über das Fasten.

Auch zieht man sich vorzugsweise in diesem Monat zurück und widmet sich dem Gedenken Gottes. Die Ehefrau des Propheten, Aisha (ra), erzählt: „In den letzten zehn Tagen des Ramadans stand der Gesandte Allahs nachts auf, weckte auch die Familie, zog sich zurück und widmete sich ganz dem Gottesdienst.„ (Muslim, İtikâf. 7)

Der Ramadan ist der Monat der Gemeinschaft und der Zusammenkunft. Es ist der Monat, in dem Streitigkeiten beiseite gelegt werden und die Gemeinschaft gepflegt wird. Vor allem in diesem Monat werden die Muslime dazu angehalten die Einheit zu stärken.

Verehrte Muslime,
mögen in dieser segenreichen Zeit unseren Sünden verziehen werden. Möge der Ramadan uns allen Segen, Geschwisterlichkeit, inneren Frieden und Freude bereiten.

IGMG-Irschadabteilung

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