Freitagspredigt

Hutba – Der Sommer und die Erziehung unserer Kinder

10. Juli 2009

Verehrte Muslime,

die Zeit vergeht wie im Flug; und so haben wir wieder Sommer. Unser Wunsch ist es, auch in diesem Sommer in die Länder zu reisen, aus denen unsere Großväter und Väter einst nach Europa gekommen sind, um unsere Verwandten und Freunde zu besuchen. Denn für uns gläubige Menschen ist es wichtig, die Beziehung zur Familie, zu Verwandten und Freunden zu pflegen. Diese Beziehung können wir nicht vernachlässigen. Zumindest sollten wir das nicht. Zu den wichtigsten Dingen, die wir keinesfalls vernachlässigen dürfen, gehört die Erziehung unserer Kinder. Neben der schulischen Erziehung ist es von äußerster Bedeutung ebenso der religiösen Erziehung, die die geistige Entfaltung des Kindes fördert, mit besonderer Sensibilität entgegenzutreten.

Verehrte Geschwister,

wir sind Anhänger einer Religion (Dîn), dessen Fundament durch Wissen und Wissenserwerb wuchs und Früchte trug. Wie jeder weiß, lautet die erste Botschaft und die erste Anordnung des Islams Lies! (Sure Alak, [96:1]). Kurz: Unser Herr deutet damit an, dass ein Leben ohne Bildung kein muslimisches Leben sein kann.

 

Unser Prophet, der zwar des Lesens und Scheibens unkundig war, aber Weisheit besaß, sagte: „Die Weisheit ist der verlorene Besitz des Gläubigen. Wo immer er es findet, soll er es nehmen.“ „Sich Wissen anzueignen ist Pflicht für jeden Muslim, Mann und Frau.“ (Dschamius Sağîr) Hinter diesen Geboten und Emfehlungen steckt die Absicht jede Form von Unwissenheit, die zu den größten Unglücken der Menschheit geführt hat, zu beseitigen.

 

Verehrte Muslime,

in diesem Sinne möchten wir unseren Geschwistern, die ihren Urlaub im Ausland verbringen werden als auch den Geschwistern, die daheim bleiben, einige Hinweise geben.

 

Verehrte Geschwister,

unsere Geschwister, die ins Ausland reisen werden, sollten ihre Kinder von etwaigen Kursen und anderen Bildungsangeboten profitieren lassen, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist. Sie sollten mit ihren Kindern historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten besuchen und sie über die Geschichte und Bedeutung solcher Ortschaften aufklären. Ebenso sollten sie nach Möglichkeit an gesellschaftlichen Ereignissen wie Hochzeiten, Feierlichkeiten und auch Begräbnissen teilnehmen. Auf diese Weise sollte ihnen die Gelegenheit gegeben werden dazuzulernen und Vergleiche zu ihrer Lebensführung zu ziehen.

 

Unsere Geschwister, die ihren Urlaub daheim verbringen werden, sollten ihre Kinder etwa an den Sommerschulen anmelden. Denn die Bildung, die wir ihnen somit ermöglichen, ist ein Teil unserer Pflicht gegenüber unseren Kinder, denen wir nichts besseres hinterlassen können als eine gute Erziehung. So sagte es nämlich der Gesandte Gottes: „Ein Vater kann seinem Kind kein besseres Erbe hinterlassen als eine gute Erziehung.“ (Tirmizî)

 

IGMG-Irschadabteilung