Freitagspredigt

Hutba – Die drei gesegneten Monate und die Regâib-Nacht

27. Juni 2008

Verehrte Muslime,

die Nacht, die den kommenden Donnerstag mit dem Freitag verbindet, ist die Regâib-Nacht. Mit dem Freitag, also dem Beginn des Monats Radschab, beginnen auch die sogenannten „drei Monate“. Möge Allah der islamischen Welt und der gesamten Menschheit nur Gutes bescheren. Allah, der alles erschaffen hat, hat die Zeit in Einheiten wie Jahre, Monate oder Tage unterteilt. Dabei sind einige dieser Zeitabschnitte wertvoller als andere. So wird die Zeitspanne, die als „drei Monate“ bezeichnet wird und die Monate Radschab, Schabân und Ramadan umfasst, als besonders segensvoll betrachtet.

Der Gesandte Gottes hat wie folgt auf die Besonderheit dieser Zeit hingewiesen: „Der Radschab ist der Monat Allahs. Der Monat Schabân ist mein Monat. Der Ramadan ist der Monat meiner Umma.“ (Dschamîus Sağîr, Hadîth Nr. 4411) Laut einem anderen Hadîth betete der Gesandte Gottes: „O Allah, segne die Monate Radschab und Schabân und führe uns in den Ramadan.“ (Ibni Athâkir) Der Monat Radschab ist einer der „geschützten“ Monate, von denen in folgendem Vers die Rede ist: „Siehe, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate, gemäß dem Buche Allahs, seit dem Tage, an dem Er die Himmel und die Erde erschuf. Davon sind vier geschützt“¦“ [9:36] Des Weiteren soll folgender Hadîth die segensvolle Atmosphäre des Radschab verdeutlichen: „Der Radschab ist ein großer Monat: In diesem Monat belohnt Allah die guten Taten mehrfach.“ (Tabarânî) Ibni Abbas (ra) sagte, während er über die Gottesdienste (Ibâdât) des Gesandte Gottes im Monat Radschab sprach: „Der Gesandte Gottes fastete in manchen Jahren im Radschab so oft, dass wir dachten „Er wird das Fasten gar nicht mehr beenden“. In manchen Jahren fastete er so wenig, dass wir dachten „Er wird gar nicht mehr fasten.“ (Buchârî)

Verehrte Geschwister,

die erste Nacht des Monats Radschab wird also Regâib-Nacht genannt und ihr wird ein besonderer Wert beigemessen. Denn in dieser Nacht ist Allah besonders barmherzig und gnädig und erhört die Gebete der Gläubigen. „Regâib“ ist ein arabisches Wort und bedeutet wörtlich „etwas ersehnen“. In religiöser Hinsicht gehört die Regâib-Nacht zu den im Türkischen „Kandil“ genannten gesegneten Nächten; in diesem Fall die erste Nacht zum Freitag im Monat Radschab. Da Allah in dieser Nacht barmherzig, gnädig und voller Vergebung gegenüber seinen Dienern ist, erwarten die Muslime diese Nacht mit großer Sehnsucht. Denn der Gesandte Gottes sagte folgendes über die Bedeutung dieser Nacht: „Es gibt fünf Nächte, in denen die Gebete nicht zurückgewiesen werden: Diese sind die erste Nacht zum Freitag im Monat Radschab, die fünfzehnte Nacht des Monats Schabân, die Nächte zum Freitag, die Nacht zum Ramadanfest und die Nacht zum Opferfest.“ (Dschamîus Sağîr, Hadîth Nr. 3952)

Verehrte Muslime,

um eine solch wichtige Nacht gebührend zu verbringen, sollte man sich geistig darauf vorbereiten. In diesem Sinne sollten wir uns selbst zur Rechenschaft ziehen und Selbstkritik üben. Wir sollten uns fragen, was wir seit einem Jahr an Gutem und Schlechtem getan haben. Für gute Taten sollten wir Allah gegenüber dankbar sein, bei schlechten Taten müssen wir bereuen. Indem wir über unsere Zukunft nachdenken, sollten wir uns vornehmen, diese besser zu nutzen. Niemals dürfen wir aufhören, zu beten, dass das Blutvergießen auf Erden ein Ende hat. Ebenso müssen wir uns dafür einsetzen, die Krise der Moral zu beenden und unserem Umfeld behilflich sein, diese Krise zu überwinden. Wir müssen gegen Schamlosigkeit, Sittenlosigkeit, Ungerechtigkeit, Betrug, Hass und Rache vorgehen und Barmherzigkeit verbreiten.

Da die Zeit der drei Monate dieses Jahr in die Urlaubssaison fällt, erhalten wir die Möglichkeit, diese Zeit mit dem Besuch von Verwandten und Freunden (Silâ-i Rahîm) zu verbringen. Wir müssen darauf achten, nicht das Recht des anderen zu verletzen und unsere Eltern und anderen Verwandten mit Zuneigung und Respekt zu behandeln. In unseren Herzen darf nur Platz für Gutes und Tugendhaftes sein. Jeder ist angehalten, diese Zeit mit freiwilligem Fasten, Gebeten und Spenden gebührend zu verbringen. Und stets sollten wir uns an das Gebet unseres Propheten erinnern: „O Allah, segne die Monate Radschab und Schabân und führe uns in den Ramadan.“

IGMG – Irschad-Abteilung