Freitagspredigt

Hutba – Die Essenz aller Handlungen: Ichlâs

08. August 2008

Verehrte Muslime,

Gottesdienste (pl. Ibâdât) helfen dem Muslim, seinen Glauben zu vervollkommnen und somit ein vollkommener Mensch zu werden. Doch damit die Gottesdienste angenommen werden, müssen sie mit Ichlâs (Aufrichtigkeit) verrichtet werden. Was aber ist Ichlâs? Ichlâs ist Aufrichtigkeit, Reinheit und Ergebenheit. Im Islam ist damit die Ausübung der Gottesdienste – und im weiteren Sinne aller Handlungen – in Aufrichtigkeit und ohne andere Gedanken gemeint. Mit anderen Worten: Der Gläubige darf bei der Verrichtung der Gottesdienste nur die Zufriedenheit Allahs anstreben, sich also keine weltlichen Vorteile erhoffen. In diesem Sinne ist der Ichlâs der Maßstab der Qualität aller Gottesdienste und Handlungen eines Muslims: Die beste Handlung ist die Handlung mit Ichlâs. Nur wenn die Gottesdienste aufrichtig und rechtmäßig verrichtet werden, werden sie von Allah angenommen. Eine richtige Handlung misst sich an der Sunna, während eine aufrichtige Handlung ausschließlich um die Zufriedenheit Allahs ausgeführt wird. Diesbezüglich steht im Koran: „Sprich: „Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Mir ist geoffenbart worden, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Und wer hofft, seinem Herrn zu begegnen, soll gute Werke tun und niemand neben seinem Herrn anbeten.“ [18:110]

Verehrte Geschwister,

das höchste Ziel im Leben eines Muslims sollte es sein, das Wohlwollen Gottes zu erlangen. Dies ist jedoch nur durch Aufrichtigkeit und Ergebenheit möglich. Der Muslim, der sich diesem hohen Ziel verschrieben hat, wird sowohl bei seinen Gottesdiensten als auch allen Handlungen darauf bedacht sein, nur der Zufriedenheit Allahs gemäß zu handeln. Denn laut unseren Erklärungen ist Ichlâs der Maßstab all unserer Handlungen. Ohne diesen hat die Handlung bei Allah keinen Wert. Ohne diesen fehlt den Gottesdienste der Sinn. So gebietet unser Herr im Koran: „Wir haben dir das Buch fürwahr in Wahrheit hinabgesandt. Darum diene Allah in aufrichtigem Glauben.“ [39:2] Der Gesandte Gottes sagte: „Ohne Zweifel, akzeptiert Allah keine Gottesdienste, außer denen, die für ihn und um seiner Zufriedenheit Willen verrichtet werden.“ (Nasâî, Dschihâd 24; Ahmad bin Hanbal 4/126)

Verehrte Muslime,

als Muslime dürfen wir folgendes niemals vergessen: Da wir Geschöpfe Gottes sind, weiß unser Herr, was wir fühlen und denken. Dies wird im Koran deutlich ausgedrückt: „Sprich: „Ob ihr verbergt, was in eueren Brüsten ist oder es kundtut, Allah weiß es. Er weiß, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah hat Macht über alle Dinge.“ [3:29] Deshalb dürfen wir uns bei der Befolgung der Gebote Allahs nicht von der Meinung anderer über uns lenken lassen und nur daran denken, ob es Allahs Willen entspricht. Wir dürfen nicht vergessen, dass jede Handlung, die in Einklag mit dem Willen unseres Schöpfers steht, ein Gottesdienst ist und belohnt werden wird. Während ein Muslim also seinem Beruf, seiner Ausbildung oder seinem Studium nachgeht, sollte er stets darauf bedacht sein, eine reine Absicht (Nijja) zu haben, damit er Allahs Wohlwollen erlangen kann. Bevor wir die Hutba mit einem Hadîth beenden, bitten wir Allah, dass er uns die Möglichkeit gebe, viele Gottesdienste in Aufrichtigkeit zu verrichten und seine Zufriedenheit zu erlangen. Denn der Gesandte Gottes sagte: „Allah schaut nicht auf eure Gestalt und euer Aussehen, wohl aber auf eure Herzen.“ (Muslim, Bir, 33)

IGMG – Irschad-Abteilung

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