Freitagspredigt

Hutba – Die gesegneten Drei Monate und die Regâib-Nacht

19. Juni 2009

Verehrte Muslime,

am 24. Juni beginnt wieder die Zeit der gesegneten Drei Monate. Unser Wunsch ist es, dass diese segenvolle Zeit für alle Menschen nur Gutes bringt.

 

Die gesegneten Drei Monate, also die Monate Radschab, Schabân und Ramadan, sind für uns Muslime eine besondere Zeit. Denn in diesen Monaten befinden sich einige besondere segenvolle Nächte. Welch Glück für jene Muslime, die den Wert dieser Nächte kennen.   

 

Verehrte Geschwister,

manche Zeitabschnitte sind wertvoller als andere. Die Gottesdienste (pl. Ibâdât), die während dieser Zeit verrichtet werden, werden besonders reich belohnt. Zu diesen besonders segenvollen Zeiten gehören die Monate Radschab, Schabân und Ramadan. In diesen Monaten gibt es widerrum Nächte, die segenreicher sind als die anderen. Die Gottesdienste, die in diesen Nächten verrichtet werden sind noch verdienstvoller als solche in anderen Nächten. Dies wissen wir vom Gesandten Gottes, der sagte: „Es gibt fünf Nächte, in denen die Bittgebete nicht abgelehnt werden. Diese Nächte sind: der erste Freitag des  Radschab (die Regâib-Nacht), die fünfzehnte Nacht des Monats Schabân (Berât-Nacht), jede Freitagnacht und die Nacht vor den Festtagen.“ (Ibni Athâkir, Muchtarul Ahadith, S.73) Außerdem wird folgender Hadîth überliefert: „Der Radschab ist der Monat Allahs. Der Monat Schabân ist mein Monat. Der Ramadan ist der Monat meiner Umma.“

 

Verehrte Muslime,

laut dem eben zitierten Hadîth ist der erste der gesegneten Drei Monate der Monat Radschab. Die erste segenvolle Nacht ist die erste Nacht zum Freitag in diesem Monat. Die Nacht vom kommenden Donnerstag auf den Freitag ist die Regâib-Nacht. Regâib bedeutet „das Ersehnte“, Barmherzigkeit und Segen, Gnade und Wohltat. Unser Prophet hat den Tag vor dieser Nacht mit Fasten (Sijâm) und die Nacht mit Gebeten (sing. Salâh) verbracht. Von diesem Beispiel ausgehend ist es sehr löblich diese gesegnete Nacht für Gottesdienste wie Gebete, Bittgebete (sing. Duâ) und dem Gedenken Gottes (Zikr) zu nutzen. So wie der Gesandte Gottes sollten wir den Tag zuvor fasten und in der Nacht mit verschiedenen Gottesdiensten beschäftigen.     

 

Verehrte Geschwister,

was die Technik und den wissenschatlichen Fortschritt angeht, hat die Menschheit ein nie zuvor dagewesenes Niveau erreicht. An den seelischen Bedürfnissen hat sich aber nichts geändert. Ja, manche sprechen sogar von einer geistigen Verarmung. Der einzige Weg aus einer solchen Misslage ist, sich an den Barmherzigen und allvergebenden Schöpfer zu wenden und an den Gottesdiensten festzuhalten, um Gottes Wohlwollen zu erlangen. Insbesondere innerhalb der gesegneten Drei Monate müssen wir darauf achten. Vor allem sollten wir die Nächte für Bittgebete nutzen, denn mit dem Bittgebet wendet sich der Muslim direkt an Gott. Wir sollten für unser und das Wohl unserer Familie, Verwandten und Glaubensgeschwister beten. Lasst uns unsere Herzen öffnen, unseren Zusammenhalt stärken und im Guten wettstreiten. Lasst uns den Radschab und Schabân dazu nutzen, uns auf den Ramadan vorzubereiten, zu fasten, zu beten und den Koran zu lesen.

 

Bevor wir die Hutba beenden, möchten wir Gott bitten, dass er uns eine segenvolle Zeit beschere und der Menschheit nur Gutes widerfahren lasse. In den gesegneten Drei Monaten sprach der Gesandte Gottes oft dieses Bittgebet: „O Allah, segne die Monate Radschab und Schabân und führe uns in den Ramadan.“(Kaschful Chafâ, Bd. 1, S. 186, Hadith Nr. 554)

 

IGMG-Irschadabteilung