Freitagspredigt

Hutba – Die Jugend unterstützen

24. Dezember 2010

Verehrte Muslime,

die Zukunft einer Gesellschaft hängt davon ab, inwieweit sie sich ihrer Jugendlichen annimmt. Kein Vorhaben und kein Ziel kann erreicht werden, wenn es nicht die Unterstützung der Jugend hat. Unser Prophet, Muhammad (saw), war sich dessen bewusst und hat es geschafft, die Jugend für sich zu gewinnen. Deshalb sollten auch wir uns um unsere Jugend kümmern und sie nach Kräften unterstützen. Denn eine Gesellschaft, die auf ihre Jugend hoffen kann, kann auch zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wie man weiß, spielt das Jugendalter eine prägende Rolle im Leben eines jeden Menschen. Ein Jugendlicher, der sein Leben gemäß dem Willen Gottes ausrichtet und seine geistige und jugendliche Kraft für das Wohl der Gesellschaft einsetzt, ist ein Vorbild für alle anderen.

Verehrte Geschwister,

jung zu sein ist schön. Das bedeutet aber keineswegs, dass man sich dem diesseitigen Leben hingibt, um einige angenehme Tage auf dieser vergänglichen Welt zu verleben. Wenn ein Mensch seine Jugend aber im Rahmen des Willens Allahs verbringt, wird ihn Allah im Jenseits (Âchira) belohnen. Gott wird zu ihnen sagen: „O du Jugendlicher, der du von deinem Verlangen und deiner Leidenschaft abgelassen hast. Bei mir bist du wie mancher Engel.“ (Râmûz al-Ahâdîth Nr. 4732) Ein solche Jugend wird – inschaallâh – zu denjenigen zählen, mit denen Allah zufrieden ist. Eine solche verantwortungsbewusste und selbstbewusste Jugend ist es, die auch von der Gesellschaft geschätzt wird. Unser Prophet sagte einmal: „Dein Herr mag den Jugendlichen, der nicht seiner Triebseele (Nafs) und seinem Verlangen folgt.“ (Tadschrîd-i Sarîh, Bd 2, S 601) „Es gibt sieben Gruppen, die sich an dem Tag, an dem es keinen Schatten geben wird, im Schatten des Throns Allahs ausruhen werden. Eine dieser Gruppen sind die Jugendlichen, die auf dem Weg Allahs erzogen und groß geworden sind; jene, die ihre Jugend diesem Weg gewidmet haben.“ (Tadschrîd-i Sarîh, Bd 2, S 617)

Verehrte Muslime,

viele der Gefährten Muhammads (saw), die sich ihm in der ersten Stunde des Islams angeschlossen haben, waren kaum 20 Jahre alt. Dazu gehören etwa Ali (ra), Dschâfar (ra), Zubayr bin Awwâm (ra), Talhâ (ra), Sâd bin abî Wakkas (ra), Mus’ab bin Umayr (ra), Abdullâh bin Mas’ûd (ra), Abdurrahmân bin Awf  (ra) und Bilâl al-Habaschi (ra). Deshalb sollte jeder unter uns seinen Beitrag zur Erziehung und Unterstützung der Jugend leisten. Wir sollten eine Jugend fördern, die selbstbewusst und rechtschaffen ist sowie einen guten Charakter (Achlâk) hat. Hierzu gehört, dass wir keine finanziellen Mühen scheuen, um etwa Räumlichkeiten herzurichten, damit wir mit unserer Arbeit alle Jugendlichen ansprechen können. Gleichzeitig sollten wir auch alles daran setzen, unsere Kinder und Jugendlichen vor verbreiteten Gefahren und schlechten Gewohnheiten fernzuhalten. Auch hierbei fällt jedem einzelnen unter uns eine seinen Kräften und Möglichkeiten entsprechende Aufgabe zu. Der große Gelehrte Fahraddîn ar-Râzî sagte einmal: „So wie wir uns um die Zukunft unserer Kinder im Diesseits sorgen und sie vor den Qualen dieser Welt zu beschützen versuchen, so sollten wir uns auch zum Ziel setzen, sie vor den Qualen des Jenseits zu schützen.“

IGMG-Irschadabteilung

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