Freitagspredigt

Hutba – Die Moral des Handels

10. Oktober 2008

Verehrte Muslime,

unsere Religion (Dîn) legt großen Wert auf einen rechtmäßigen Erwerb. Wenn man bedenkt, dass es die Missachtung eines Verbotes war, dass die Verstoßung aus dem Paradies bewirkte, kann man die Wichtigkeit eines rechtmäßigen Lebensunterhalts begreifen. Es gibt viele Wege, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einer davon ist der Handel. Bemerkenswert ist, dass viele Propheten auf diese Weise ihre Familien versorgt haben, dass unser Prophet Muhammad (saw) vor seiner Prophetenschaft im In- und Ausland Handel betrieben hat. Aufgrund seiner in allen Lebensbereichen hervortretende Vertrauenswürdigkeit wurde er von allen „Muhammadul Amîn“ (Muhammad, der Vertrauenswürdige) genannt. So wurde der Gesandte Gottes einmal gefragt, welcher Verdienst am besten sei, woraufhin er antwortete: „Der Verdienst, den jemand mit seinen eigenen Händen verdient und bei einem gerechten Handel erworben hat.“ (Ahmad bin Hanbal, Musnad, III, 466,  IV, 141)

Verehrte Geschwister,

ein Merkmal moderner und wohlhabender Staaten ist ihre leistungsfähige Wirtschaft und der ausgedehnte Handel. Zu den wichtigsten Voraussetzungen eines erfolgreichen Handels gehören eine langfristige Planung und eine aufrichtige und moralische Handelsweise. Jeder Händler, der sein Geschäft aufrichtig und nach den moralischen Erfordernissen betreibt, wird erfolgreich sein. Im Koran wird an vielen Stellen vom Aufstieg und Untergang vergangener großer und kleiner Völker erzählt. Zu den Gründen ihres Untergangs zählt auch die Ungerechtigkeit beim Handel. Einige dieser Verse lauten: „Und zu den Leuten von Madyan (entsandten wir) ihren Bruder Schuayb. Er sprach: „O mein Volk! Dient Allah! Ihr habt keinen anderen Gott als Ihn. Und verkürzt nicht Maß und Gewicht. Fürwahr, ich sehe, dass es euch gut ergeht, gleichwohl fürchte ich für euch die Strafe eines allumfassenden Tages. O mein Volk! Gebt rechtes Maß und Gewicht und enthaltet den Leuten nichts vor und richtet auf Erden kein Unheil an. Allahs Rest ist das beste für euch, falls ihr gläubig seid. Doch ich bin nicht euer Hüter.“ [11:84][11:85][11:86] Und gebt volles Maß, wenn ihr messt, und wägt mit richtiger Waage. So ist es vorteilhaft und letzten Endes das Beste.[17:35]

Auch der Gesandte Allahs hat immer wieder auf diesen Sachverhalt hingewiesen. So hat er einmal folgendes gesagt: „O ihr Händler, ihr habt das Handwerk des Messens und Abwägens auf euch genommen, durch das die Völker vor uns vernichtet wurden.“ (Tirmizî, Magie, 9, 1217) Ein andermal warnte er seine Umma mit den Worten: „Am Tag der Abrechnung wird Allah nicht mit denen sprechen, sie ansehen und nicht vergeben, deren Handel auf falschen Eiden basiert.“ (Buchârî, Magie, 19, 22, 44, 46; Muslim, Magie, 47, 532) Ein anderer Ausspruch des Propheten ist sogar noch deutlicher: „Wer uns betrügt, gehört nicht zu uns.“ (Muslim, İmân 171; Tirmizî, Magie, 5, 1211

Verehrte Muslime,

wenn wir durch den Handel unseren Lebensunterhalt verdienen und unsere Familien versorgen, müssen wir stets aufrichtig und moralisch handeln und uns von unrechtmäßigem Erwerb fernhalten. Während wir unsere Hutba mit folgenden Koranversen beenden möchten, bitten wir Allah, dass er uns hilft, uns und unsere Familien nur von rechtmäßig Erworbenem zu versorgen: „Wehe denen, die das Maß verkürzen; die volles Maß verlangen, wenn sie sich von (anderen) Leuten zumessen lassen, aber weniger geben, wenn sie ihnen zumessen oder auswiegen. [83:1][83:2][83:3]

IGMG – Irschad-Abteilung

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