Freitagspredigt

Hutba – Die Nacht des Mirâdsch

17. Juli 2009

Verehrte Muslime,

die Nacht vom kommenden Sonntag auf den Montag ist die Mirâdsch-Nacht. Deshalb möchten wir in unserer Hutba auf diese besondere Nacht zu sprechen kommen.

Verehrte Geschwister,

etwa 11 Jahre nach dem Beginn der Offenbarung (Wahij) ruft Gott seinen Gesandten zu sich um ihm „“¦ eines der größten Zeichen seines Herrn“¦“ [53:18] zu zeigen. Der Schöpfer zeigt Muhammad (saw) seine Macht (kadr) und Weisheit (hikma). Das ist die Gelegenheit, zu sehen, was ihm bisher durch die Offenbarungen berichtet wurde. Unserem Propheten werden das Paradies (Dschanna) und die Hölle (Dschahannam) gezeigt. Der Teil dieser Reise von der Masdschid al-Harâm, also der Kâba, bis zur Masdschid al-Aksa, wird im Koran wie folgt beschrieben: „Gepriesen sei Der, Der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Schauende.“ [17:1]

Verehrte Muslime,

Gott ist mächtig und vollkommen. Der unvollkommene Mensch kann sich seine Macht und Fülle nicht einmal vorstellen. Denn die Vorstellungskraft des Menschen ist begrenzt durch das, was er sieht und kennt. Für uns ist es nur schwer vorstellbar, aber Gott vermag es, seinen Gesandten in einer Nacht von der Kâba zur Masdschid al-Aksa zu bringen und von dort aus in die Himmel zu erheben. Von Anfang an gab es Menschen, die den Propheten des Wahnsinns bezichtigten. Sie sagten: „“¦ „O du, auf den die Warnung herabgesandt worden ist, du bist wahrlich besessen!“ [15:6] Gott antwortete ihnen: „Bei dem Stern, wenn er sinkt! Euer Gefährte irrt nicht und wurde nicht getäuscht.“ [53:1][53:2] Der Islam ist aber eine Religion der Hinwendung zum Ursprünglichen, sich Gott anvertrauen; die Hinwendung ist der Anfang, nicht die Folge de Glaubens (İmân), eine Hinwendung und Überantwortung ohne Wenn und Aber. Der Gesandte Gottes sagte: „Als mich die Kurajsch mich der Lüge bezichtigten, habe ich mich im Hidschr aufrecht hingestellt. Gott zeigte mir den Bajt al-Makdîs (Masdschid al-Harâm). Ich sah den Bajt al-Makdîs und beschrieb jedes einzelne Merkmal.“ (Kutub as-Sitta, 15, 407)

Verehrte Geschwister,

in der Mirâdsch-Nacht wurden unserem Propheten einige Menschengruppen gezeigt. Er sagte: „Während dem Mirâdsch habe ich Menschen mit Kupfernägeln gesehen. Mit ihren Nägeln zerkratzen sie ihr Gesicht und ihre Brust. „O Dschibrîl, wer ist das?“ fragte ich. „Das sind diejenigen, die hinter dem Rücken anderer Menschen redeten und ihre Ehre nicht wahrten.“, antwortete er.“ (Buchârî) Üble Nachrede ist eine schlechte Gewohnheit, die den Frieden der Gesellschaft beeinträchtigt. Die Schwächen und Fehler anderer preiszugeben, zerstört das Vertrauen der Menschen untereinander. Denn persönliche Schwächen können nicht beseitigt werden, wenn diese an die Öffentlichkeit getragen werden.

 

In der Mirâdsch-Nacht wurde den Muslimen das fünfmalige Gebet (Salâh) aufgetragen. Dies allein zeigt, was für ein besonderer Gottesdienst das Gebet ist. Keiner von uns wird je einen Mirâdsch antreten können, trotzdem können wir eine Lehre aus ihr ziehen denn wir wissen dass jedes Gebet der Mirâdsch, also der Aufstieg des Gläubigen ist. Möge uns Gott die Kraft geben, unsere Gebete in diesem Sinne zu verrichten.

 

IGMG-Irschadabteilung

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