Freitagspredigt

Hutba – Die Opfertierkampagne: Ein globaler Dienst

09. Oktober 2009

Verehrte Muslime,

nachdem wir den segenvollen Ramadan nun hinter uns gelassen haben, können wir uns auf die Belohnung einiger weiterer Gottesdienste (pl. Ibâdât) freuen. Denn die Zeit der Pilgerfahrt (Hadsch) und des Opferns (Kurbân) rückt immer näher. Unsere Geschwister, die in diesem Jahr die Pilgerreise antreten werden, schließen ihre letzten Vorbereitungen ab. Bald werden sie ihre Reise zur Kâba antreten. Möge Gott ihre Gottesdienste annehmen und sie ihnen erleichtern. Auch die Vorbereitungen für die Opfertierkampagne laufen auf Hochtouren. Diese Kampagne ist eines der deutlichsten Beispiele für die Geschwisterlichkeit der Muslime. Es ist ein Zeichen für ihre Bereitschaft im Namen Gottes von dem zu geben, was ihnen gegeben wurde, und zwar nur in der Absicht des Gottesdienstes. Vor diesem Hintergrund ist es abwegig und schlichtweg falsch, das Opfern als Verschwendung anzusehen. Im Koran heißt es über die Absicht des Opferns: „“¦ Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah, jedoch erreicht Ihn euere Frömmigkeit. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde den Rechtschaffenen frohe Botschaft!“ [22:36][22:37]

Verehrte Geschwister,

wer opfert, drückt seine Dankbarkeit (Schukr) gegenüber den Gaben Gottes aus; genauso wie mit der Entrichtung der Zakât. Als Gegenleistung wird der Opfernde im Jenseits reichlich belohnt werden. Dabei ist er nicht einmal der Besitzer dieser Gaben, denn der eigentliche Besitzer von allem ist Gott allein. Der Mensch ist nur ein Sachwalter. Gott gibt uns und belohnt uns gleichzeitig dafür, dass wir von dem geben, was im Grunde ihm gehört. Unser Prophet sagte diesbezüglich: „Wer in der Lage ist zu opfern, es aber unterlässt, soll sich unserer Gebetsstätte nicht nähern.“ (Ibni Mâdscha)

Verehrte Muslime,

neben der Bedeutung des Opferns für den Einzelnen trägt es auch einen gesellschaftsrelevanten Aspekt in sich. Denn das Fleisch der Opfertiere kommt jenen zugute, die finanziell nicht in der Lage sind selbst zu opfern. Auch wenn dadurch nicht das Leid vieler armer Menschen auf der ganzen Welt gelindert werden kann, ist es doch ein Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen werden und sich ihre Geschwister um sie sorgen. Auf diese Weise gewinnt der individuelle Gottesdienst des Opferns eine globale Dimension. Und: Je mehr dieser Aspekt des Opferns gestärkt wird, desto wirkunsgvoller wird er auch sein. Aus diesem Grund ist es notwendig sich an der weltweiten Opfertierkampagne, die unsere Religionsgemeinschaft nun seit 25 Jahren durchführt, zu beteiligen. Angesichts der Bedeutung dieses globalen Dienstes hat die IGMG schon jetzt mit den Vorbereitungen begonnen, um eine erfolgreiche Kampagne durchführen zu können. Jede Gemeinde ist eingeladen, sich an diesen Vorbereitungen zu beteiligen, die Opfertierspenden zu sammeln und die Kampagne auch außerhalb der Gemeinde bekannt zu machen. Denn es wird angestrebt, 100.000 Opfertiere auf der ganzen Welt zu schächten und mit der Hilfe hunderter ehrenamtlicher Helfer an bedürftige Menschen vor Ort zu verteilen.

 

IGMG-Irschadabteilung

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