Freitagspredigt

Hutba – Die Opfertierkampagne

08. Oktober 2010

Verehrte Muslime,

nachdem wir nun den Ramadan hinter uns gelassen haben und sich der Monat Schawwal dem Ende zuneigt, laufen bereits die Vorbereitungen für das Opferfest. Die Zeit der Pilgerfahrt (Hadsch) und des Opferfestes (Kurbân) gehören zu den Höhepunkten des islamischen Jahres. Die Pilger bereiten sich auf ihre große Reise vor. Gemäß der Verheißung folgenden Hadithes, hoffen sie von allen bisherigen Fehltritten und Sünden befreit zu werden. Der Gesandte Gottes sagte: „Wer um Allahs Wohlgefallen willen die Hadsch durchführt, ohne etwas Schlechtes zu reden und ohne eine Sünde zu begehen, wird wie ein neugeborener Mensch, ohne Sünden, nach Hause zurückkehren.“ (Dschâmiu’s Sağîr, Hadsch, 11) Glücklich schätzen darf sich deshalb derjenige, der diese Reise antreten kann.

Verehrte Geschwister,

während unsere Geschwister die Hadsch durchführen werden, findet gleichzeitig ein anderer weltumspannender Gottesdienst (Ibâda) statt. Überall auf der Welt werden die Muslime das Opferfest feiern. Sie werden Opfertiere schächten und somit ihre Dankbarkeit (Schukr) gegenüber Allah zeigen, für alle Gaben (Ni’ma), die er uns gegeben hat. Die Hadsch wird mit dem Paradies (Dschanna) belohnt, für das Opfern erhält der Muslim großen Lohn. Gott belohnt uns also dafür, dass wir von dem Besitz geben, den er uns gegeben hat. Umso unverständlicher ist es deshalb, dass jemand, der in der Lage dazu ist, nicht opfert. Unser Prophet ermahnte uns schließlich mit den Worten: „Wer in der Lage ist zu opfern, es aber unterlässt, soll sich unserer Gebetsstätte nicht nähern.“ (Ibni Mâdscha) Das bedeutet, jeder Muslim, der finanziell dazu fähig ist, soll diesen Gottesdienst verrichten.

Verehrte Muslime,

das Opfern als Gottesdienst hat vielerlei Vorzüge. Für die Befolgung des Gebotes des Opferns wird der Muslim im Jenseits (Âchira) belohnt werden. So heißt es im Koran: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut erreicht Allah, jedoch erreicht ihn euere Frömmigkeit. So hat er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde den Rechtschaffenen frohe Botschaft!“ (Sure Hadsch, [22:36-37]) Doch auch für unser Leben im Diesseits birgt es viele Vorzüge. Deshalb sollten wir uns nicht nur mit der persönlichen Verrichtung dieses Gottesdienstes begnügen, sondern uns für die Verbreitung dessen einsetzen. Denn je mehr Opfertierspenden im Rahmen der Opfertierkampagne gesammelt werden, desto mehr Menschen können wir erreichen. Heute können wir beobachten, dass der persönliche Gottesdienst des Opferns mittlerweile eine globale Dimension angenommen hat. Unsere Gemeinschaft organisiert die jährliche Kampagne in etlichen Ländern und Region überall auf dem Globus. Uns gebührt, dieses Bestreben nach Kräften zu unterstützen und andere zur Teilnahme zu motivieren. Denn im Koran heißt es: „“¦ Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht … (Sure Mâida, [5:2]) und unser Prophet, Muhammad (saw), sagte: „Der Beste unter den Menschen ist derjenige, der seinen Mitmenschen am nützlichsten ist.“ Er warnte uns auch:  „Wer satt ist, während sein Nachbar hungert, ist keiner von uns.“ Vor diesem Hintergrund und in diesem Sinne sollten wir uns für die Opfertierkampagne einsetzen. Wir sollten unseren Mitmenschen dieses Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln versuchen. Nur die Bittgebete, die die Menschen für uns sprechen, sind für uns von Belang. Es geht uns nur um das Wohlgefallen Gottes. Das dürfen wir niemals aus den Augen verlieren.

IGMG-Irschadabteilung

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