Freitagspredigt

Hutba – Die Weisheit hinter den Gottesdiensten

09. November 2010

Verehrte Muslime,

unsere Gotttesdienste (Ibâdât) sind Zeichen unseres Glaubens (İmân). Sie sind aber auch Nahrung für unseren Glauben und unsere Herzen sowie eine Quelle des guten Charakters (Achlâk) und der Tugend. Gottesdienste helfen uns, unsere Beziehung zu unserem Schöpfer aufrecht zu erhalten und halten uns so fern von schlechten Handlungen und Gedanken. Ein Muslim, der fünfmal täglich betet, sich also seinem Schöpfer hingibt, kann nicht jemand sein, der Gott und das Jenseits (Âchira) vergessen hat. Wer von seinem Vermögen spendet, um armen und bedürftigen Menschen zu helfen, tut dies aus seinem Glauben heraus und ist ein gutes Beispiel für den sozialen Zusammenhalt. Der Fastende erlebt am eigenen Leibe, was es heißt zu hungern. Diese Beispiele verdeutlichen uns die Notwendigkeit, sich der Gaben Gottes bewusst zu werden, Dankbarkeit (Schukr) zu zeigen und seine Gottesdienste in diesem Bewusstsein zu verrichten. Hinter allen unseren Handlungen und Gedanken sollte die Absicht (Niyya) stecken, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Wir sollten stets Recht, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit an den Tag legen. Dann können wir darauf hoffen, dass uns unsere Gottesdienste von allen Sünden befreien.

Verehrte Geschwister,

das Opfern (Kurbân) birgt große Weisheiten (Hikam), insbesondere, wenn wir folgenden Vers beachten: „Meint ihr etwa, wir hätten euch zu Spiel und Zeitvertreib erschaffen und dass ihr nicht zu uns zurückkehren müsst?“ (Sure Muminûn, [23:115]) Der Gottesdienst des Opfern darf nicht ausschließlich als eine Aktion angesehen werden, bei der es darum geht Fleisch an bedürftige Menschen zu verteilen. Dies wird deutlich, wenn wir die Erfahrungen und Berichte unserer Geschwister hören, die im Rahmen der Opfertierkampagne in verschiedene Teile der Erde reisen. Sie berichten von der Hoffnung, die sie den Menschen geben können, auch wenn es nicht viel ist. Sie erzählen uns von der Geschwisterlichkeit, die durch die Opfertierkampagne gestärkt wird und dem Zusammenhalt, der gelebt wird.

Deshalb verehrte Muslime,

sollten wir das Opfern nicht nur als Verteilung von Fleisch ansehen. Denn es ist viel mehr als das. In diesem Sinne sollten wir uns darum bemühen, die Kampagne nach Kräften zu unterstützen und andere dazu zu motivieren. Dabei sollten wir auch folgende Worte des Gesandten Gottes, Muhammad (saw), nicht vergessen. Als er gefragt wurde, wie groß die Belohnung für das Opfern sei, antwortete er Für jedes Haar eine Belohnung.“ Die Gefährten des Propheten fragten nach: „Jedes Haar, o Gesandter Allahs?“ und der Prophet sagte: Für jedes Haar des Felles gibt es eine Belohnung.“ (Ibni Mâdscha)

IGMG-Irschadabteilung