Freitagspredigt

Hutba – Die Zakât reinigt und vermehrt den Besitz

28. August 2009

Verehrte Muslime,

die Zakât zu entrichten, gehört zu den fünf Säulen des Islams. Sie ist ein Garant der sozialen Gerechtigkeit, heilt den Menschen von Geiz und fördert die Großzügigkeit. Die Zakât öffnet die Tore der Wohltat und verhindert die ungleiche Verteilung des Geldes. Sie ist eine Brücke zwischen den Reichen und den Armen und bringt der Gesellschaft Frieden und Eintracht.     

 

Verehrte Geschwister,

im Koran heißt es: „Und von ihrem Vermögen war ein Teil für den Bittenden und den verschämten Armen.“ (Sure Zârijât, [51:19])

 

Die Zakât zu entrichten bedeutet, diese Pflicht zu erfüllen. Sie nicht zu zahlen, kommt der Missachtung dieser Pflicht gleich und muss vor Gott verantwortet werden. Diejenigen Gläubigen, die die Zakât und Sadaka entrichten, zeigen, dass ihnen das Wohlwollen Gottes wichtiger ist als ihr Besitz. Denn dieses Gebot Gottes zu erfüllen, geschieht nicht in der Erwartung eine Gegenleistung von dem Empfänger zu bekommen, sondern allein um Gottes Willen.

 

Verehrte Muslime,   

die Zakât zu entrichten, bringt Segen (Baraka). Dies wird in folgendem Koranvers zur Sprache gebracht: „Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt, in jeder Ähre hundert Körner. Und Allah gibt doppelt, wem Er will, und Allah ist umfassend und wissend.“ (Sure Bakara, [2:261])

 

Außerdem reinigt und vermehrt die Zakât den Besitz. Dies beschreibt der Koran auf diese Weise: „Nimm von ihrem Vermögen eine Spende, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern, und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung. Und Allah ist hörend und wissend.“ (Sure Tawba, [9:103])

 

Einen solch bedeutenden und verdienstvollen Gottesdienst (Ibâda) nicht zu verrichten, ist ein großes Versäumnis. Welches Ende jene erwartet, die dieses Gebot nicht erfüllen, wird ebenfalls im Koran wiedergegeben: „[…] Aber wer da Gold und Silber hortet, statt es auf Allahs Weg abzugeben: Ihnen verheiße schmerzliche Strafe. An einem Tage, da das (Edelmetall) im Höllenfeuer glühend gemacht wird: Gebrandmarkt werden sollen damit ihre Stirnen, Seiten und Rücken. Das ist es, was ihr für euch gehortet hattet; so kostet, was ihr gehortet habt!“ (Sure Tawba, [9:34-35])

 

Verehrte Geschwister,

es ist auch wichtig wie die Zakât gegeben wird. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass der Empfänger nicht in seiner Würde verletzt wird und der Zahlende sich von Prahlerei fernhält. Unser Herr warnt uns auch im Koran vor solch einem Verhalten: „Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben und, nachdem sie gespendet haben, ihr Verdienst nicht herausstellen und keine Gefühle verletzen, die finden ihren Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht wird über sie kommen, und sie werden nicht traurig sein.“ (Sure Bakara, [2:262])

 

Wie im Vers der Sure Tawba, den wir vorhin zitiert haben, hingewiesen wird, ist es besser, die Zakât zu sammeln und dann zu verteilen. Aus diesem Grund wurden schon in frühester Zeit Zakât-Fonds eingerichtet. Diese verdienstvolle Aufgabe wird heutzutage meistens von zivilen Organisationen wahrgenommen. In diesem Sinne werden im Zakât- und Fitra-Fond der IGMG unsere Zakât und Fitra gesammelt und an diejenigen verteilt, für die sie laut Koran bestimmt sind. Um uns an dieser vorbildlichen Arbeit zu beteiligen, sollten wir frühzeitig unseren zu entrichtenden Zakât-Betrag ermitteln und den Verantwortlichen anvertrauen. Wir sollten wissen, dass nicht alleine unsere Zakât, sondern die Summe der Spenden zahlreicher anderer Geschwister, viele Menschen in diesen Tagen glücklich machen wird.

IGMG-Irschadabteilung