Freitagspredigt

Hutba – Duâ und Zikr

27. März 2009

Verehrte Muslime,

die wertvollsten Momente im Leben eines Gläubigen (Mu’min) sind diejenigen, in denen er sich an seinen Herrn wendet. Dazu gehören die Momente des Bittgebets (Duâ) und des Gedenkens (Zikr), denn „Der Kern des Gottesdienstes (Ibâda) ist das Bittgebets (Duâ).“ (Tirmizî, Da’awât, 1) Das Bittgebet und das Gedenken Gottes sind ein Band zwischen dem Diener (Kul) und seinem Schöpfer, das nicht vernachlässigt werden darf. Dies hätte nämlich ein abgeschwächtes religiöses Leben zur Folge. In einer Welt, in der dem Materiellen ein großer Wert beigemessen wird, können unsere Herzen nur durch das Gebet und das Gedenken Gottes Ruhe finden. Aus diesem Grund ist es von äußerster Bedeutung für das religiöse Leben eines Muslims, den Duâ und Zikr nicht zu vernachlässigen und seine Beziehung zu seinem Schhöpfer stets aufrecht zu erhalten.       

 

Der Gläubige weiß, dass auch wenn er seinen Herren nicht sehen kann, Gott ihn sieht. Der Gläubige, der seine Gottesdienste verrichtet, als würde er seinen Schöpfer sehen können, wird mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln und sich seinen Gebeten in vollem Bewusstsein seiner Dienerschaft widmen. Jeder Augenblick seines Lebens wird von diesem Bewusstsein geprägt werden. Diese Menschen werden im Koran wie folgt beschrieben: „In den Häusern, deren Errichtung Allah erlaubt hat, damit dort Seines Namens gedacht werde, preisen Ihn des Morgens und des Abends. Männer, die weder Handel noch Geschäft abhält von dem Gedenken an Allah und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Steuer. Sie fürchten den Tag, an dem sich Herzen und Blick verkrampfen.“ (Sure Nûr, [24:36-37]) Allah wird auch immer mit seinen Dienern sein, die seiner gedenken. Denn im Koran heißt es: „So gedenkt Meiner, damit Ich eurer gedenke…“ (Sure Bakara, [2:152])

 

Verehrte Geschwister,

ein Muslim, der durch seine Bittgebete und sein Gedenken ein starkes Verhältnis zu seinem Schöpfer aufgebaut hat, wird nicht ohne Weiteres die Grenzen Allahs übertreten und das Erlaubte (Halâl) und Verbotene (Harâm) missachten. Das Band zwischen dem Gläubigen und seinem Herrn wird so stark sein, dass die Einflüsterungen des Teufels keine Wirkung haben werden. Der Gläubige wird alles daran setzten, um dieses Band, das er als eine Gabe (Ni’ma) Gottes ansieht, aufrecht zu erhalten. Für den Muslim kann es kein anderes Ziel geben, als das Wohlwollen Allahs zu erlangen; das Wohlwollen des Allwissenden, desjenigen, der hört, wenn niemand anderes mehr hört, der sieht, wenn kein anderer mehr sieht und hilft, wenn es keinen Ausweg zu geben scheint. Bittgebete und das Gedenken Gottes sind die Mittel dazu.  

 

Verehrte Muslime,

das Bittgebet und das Gedenken Gottes sind der Kern aller Gottesdienst. Jedoch gilt dies nur, wenn sie korrekt verrichtet werden. Allah sieht nicht auf die Form des Gebets, sondern in das Herz. Wenn das Herz von Schlechtem erfüllt ist, hat es für Gott keinen Wert. Deshalb sagte unser Prophet: „Allah erhört kein Gebet eines unbewussten (ğâfil) Herzens.“ (Tirmizî, Da’awât, 64) So ist der Muslim angehalten, seine Gottesdienste zu verrichten und sich von Verbotenem und sogar Zweifelhaftem fernzuhalten. Der Gläubige wird alle Anlässe, darunter das gemeinschaftliche Gebet, nutzen, um zu beten und Gottes zu gedenken. Zum Schluss unserer Hutba noch ein Hadîth: „Der Unterschied zwischen jemandem, der Gottes gedenkt und jemandem, der dies nicht tut, ist wie der Unterschied zwischen einem Lebenden und einem Toten.“ (Buchârî, Da’awât, 666)

 

IGMG-Irschadabteilung

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