Freitagspredigt

Hutba – Durch Gottesdienste zum inneren Frieden

01. Juli 2011

Verehrte Muslime,

mit jeder vergangenen Sekunde nähert sich uns der Tod. Es gibt keinen Menschen, der sich dessen nicht bewusst ist. Doch gibt es nur Wenige, die sich den Tod stets vergegenwärtigen. Denn der Mensch ist vergesslich. Ganz gleich wie alt der Mensch ist, schiebt er die Auseinandersetzung mit dem Tod in ferne Zeiten. Vom Charakter her verlangt er ständig, liebt das Lob, den Ruhm und die Macht. Und so vergisst er folgende Worte unseres Herrn: Jeder soll den Tod kosten. Doch ihr sollt euren Lohn erst am Tag der Auferstehung empfangen. „ (Sure Âli Imrân, [3:185])

Verehrte Geschwister,

eigentlich geht es nur darum, dass wir während unseres kurzen Aufenthalts auf der Welt unseren Schöpfer erkennen und ihm dienen. Wenn der Mensch doch nur wüsste, wie kurz das diesseitige Leben im Vergleich zum jenseitigen ist. Diesbezüglich sagt Allah: Dieses irdische Leben ist ja nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel: Die jenseitige Wohnung aber ist das (wahre) Leben! Wenn sie es doch nur wüssten!„ (Sure Ankebût, [29:64])

In einem anderen Vers heißt es: Wisst, dass das irdische Leben nur Spiel und Scherz und Flitter und Prahlerei unter euch ist und Wetteifern um Vermögen und Kinder. Dies gleicht dem Regen, dessen Wachstum die Bauern erfreut. Dann aber welkt es, und du siehst es gelb werden. Dann zerbröckelt es. Und im Jenseits ist strenge Strafe ebenso wie Verzeihung von Allah und Wohlgefallen. Doch das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch auf Zeit.„ (Sure Hadîd, [57:20])

Verehrte Muslime,

jene, die das ewige Glück anstreben, glauben an den Schöpfer aller Dinge. Siehe, nur das sind Gläubige, deren Herzen in Furcht erbeben, wenn Allah genannt wird, und deren Glauben wächst, wenn ihnen unsere Verse vorgetragen werden, und die auf Allah vertrauen.“ (Sure Anfâl, [8:2])

Der Gottesdienst ist eine Gabe. Wer seinem Herzen diese Gabe nicht gewährt, findet oft keinen inneren Frieden, ist bedrückt und geplagt von Stress und Unbehagen. Wir müssen uns folgende Frage stellen: Weshalb erreichen viele Menschen, denen in ihrem Leben unzählige Möglichkeiten gegeben sind, keinen inneren Frieden? Der einzige Grund ist, dass materielle Möglichkeiten nicht den Geist erfüllen. Ein Mensch, der nach Befriedigung sucht ohne seinen Geist zu nähren, wird Fehler über Fehler begehen und das kann bis hin zu so schweren psychischen Problemen, wie Selbstmordgedanken führen.

Verehrte Geschwister,

wer Heilung sucht, sollte sich an den Empfehlungen des Korans orientieren: „Diejenigen, welche glauben und deren Herzen im Gedanken an Allah in Frieden sind – sollten die Herzen im Gedenken an Allah denn nicht in Frieden sein? (Sure Râd, [13:28])

 

Verehrte Geschwister,

„Männer, die weder Handel noch Geschäft abhält von dem Gedenken an Allah und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Steuer. Sie fürchten den Tag, an dem sich Herzen und Blick verkrampfen.“ (Sure Nûr, [24:37]) Möchte der Mensch sich von leeren und sinnlosen Gedanken abwenden, den wahren Reichtum erreichen, die Einsamkeit loswerden, so sollte er beten, so wie es empfohlen wurde und stets in der Kenntnis Allahs leben.

Der Schlaf, den ein ermüdeter Körper braucht, um gesund zu sein und Kraft zu tanken, ist vergleichbar mit dem Gebet, dass der Geist braucht. Nicht umsonst sagte unser geliebter Prophet: „Kum yâ Bilâl! Fe erihnâbi’s-salâti(„Steh auf, o Bilâl! Beruhige uns mit dem Gebet.“) (Ebu Davud, Edeb, 78, H. No: 4986)

IGMG-Irschadabteilung

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