Freitagspredigt

Hutba – Ein Diener Gottes sein

15. Januar 2010

Verehrte Muslime,

wir Menschen wurden so geschaffen, dass wir dank der Gabe des Verstandes nach dem Grund unseres Daseins suchen und unseren Schöpfer erkennen können.

Die arabischen Begriffe Abd(türkisch Kul) undIbâda“ (türkisch Kulluk) sind Begriffe, die die Ergebenheit und den Gehorsam des Gläubigen gegenüber seinem Schöpfer bezeichnen, meinen aber auch Barmherzigkeit und Geborgenheit. Der Mensch, der aufrichtig und demütig seinen Schöpfer erkennt und sich ihm zuwendet, sich ihm hingibt, wird von Gott Barmherzigkeit und Geborgenheit erfahren. Der Gesandte Gottes erinnerte oft daran, dass auch er ein Diener Gottes war. In vielen Hadithen spricht Gott die Gläubigen mit „meine Diener an und ehrt sie. Einem Gelehrten wurde mal die Frage gestellt, was er antworten werde, wenn er im Jenseits gefragt werde: „O mein Diener, was hast du auf der Welt für mich getan?“ Der Gelehrte antwortete: „Es würde mir reichen, wenn mich mein Herr mit „mein Diener“ ansprechen würde. Hauptsache er sieht mich als seinen Diener, der Rest ist kein Problem.“

Verehrte Geschwister,

um ein Diener Gottes sein zu können, muss man wissen, was es heißt ein Diener zu sein und welche Handlungen innerhalb bzw. außerhalb des Rahmens der Dienerschaft liegen. Diese können am besten vom Propheten gelernt werden. Denn er war derjenige, der die Ergebenheit gegenüber Gott am Besten in seinem Leben umgesetzt hat.

Er ist für uns, in allen Bereichen des Lebens,  ein Vorbild. Er, der immer barmherzig und hilfsbereit war und sogar in schwierigen Zeiten nicht von der Gerechtigkeit abließ. Er war es, der die Gottesdienste (pl. Ibâdât) ohne Versäumnisse verrichtete und sich zu jeder Zeit und an jedem Ort den Bedürftigen und Benachteiligten annahm. Er ist es, der im Koran mit den Worten „Und du bist fürwahr von edler Natur.“ (Sure Kalam, [68:4]) gerühmt wird.

So ist es notwendig, dass wir uns der umfassenden Barmherzigkeit Gottes und unserer Bedürftigkeit bewusst werden und uns ihm zuwenden. Wir sollten uns in allen Lagen an den Propheten als Vorbild erinnern und unser Leben demgemäß ausrichten. Dazu gehören die täglichen Gebete (Salâh), die Zakât, das Einhalten des Fastens (Sawm), und der zmfassende Einsatz für eine bessere Gesellschaft und gegen alle Formen von Ungerechtigkeiten.

Verehrte Muslime,

wer in seinem alltäglichen Leben aufrichtig ist, seine Gottesdienste nicht vernachlässigt und sich seiner Dienerschaft gegenüber Gott bewusst ist, darf auf die Belohnung hoffen, die in folgenden Versen verheißen wird: „Und diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, wir werden gewiss ihre Sünden tilgen und sie nach ihren besten Taten belohnen.“ (Ankebut Suresi, [29:7]) „Verheißen hat Allah denen von euch, die glauben und das Rechte tun, dass er sie zu Statthaltern (seiner Macht) auf Erden einsetzen wird, so wie er es denen, die vor ihnen lebten, gewährte; und dass er ihnen ihre Religion, so wie er sie für sie gutgeheißen hat, befestigen will; und dass er ihre Furcht in Sicherheit verwandeln will. „Sie sollen Mir alleine dienen; Sie sollen Mir nichts an die Seite stellen. “ Und wer danach ungläubig ist, das sind die Missetäter.“ (Nur Suresi, [24:55])

Verehrte Geschwister,

in diesen Versen wird denjenigen, die glauben und das Rechte tun die Vergebung ihrer Sünden versprochen. Gott wird ihr Beschüzter und Helfer sein. Sie werden zu denen gehören, die in das Paradies gelangen werden, sofern sie ihr Leben im Lichte ihres Glaubens formen, mit sich, ihrer Umwelt und ihrem Herrn in Einklang sind und der Gesellschaft nützliche Dienste erweisen. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass die wahre Freiheit in der Dienerschaft gegenüber Gott liegt. Denn nur wer sich ihm hingibt, ist frei von allen Versuchungen der Triebseele (Nafs) und allem Schlechten dieser Welt. Mögen wir zu den wahren Dienern Gottes gehören!

 

IGMG-Irschadabteilung

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