Freitagspredigt

Hutba – Ein Muslim schützt seine Umwelt

25. Februar 2011
Verehrte Muslime,
Allah hat den Menschen mit unzähligen Gaben gesegnet. Eine der bedeutensten Gaben ist die Gesundheit. Sie kann durch das Reinigen der Seele und des Körpers erreicht werden. Reinheit ist ein zentraler Bestandteil der Religion (Dîn). Dazu gehört auch die Reinheit in und um unsere Wohnungen, unseres Umfeldes und dem Viertel, in dem wir leben. Das Umfeld prägt den Menschen. Das Haus in dem wir leben, unsere Moschee, Schule, unser Trinkwasser, die Luft, die wir einatmen – das alles sind Teile unseres Umfeldes und all dies gilt es zu schützen und sauber zu halten. Denn unsere Umwelt und das Umfeld, in dem wir leben, gehört uns allen, sprich der gesamten Gesellschaft. Der Schutz dessen ist somit die Aufgabe jedes Einzelnen. Vorraussetzung für eine gesunde Lebensführung ist die innere und auch äußere Reinigung. Der Prophet Muhammad (saw) sagt: „Die Religion baut auf Reinheit auf.“ (Maschârik, S.102) In einer anderen Überlieferung heißt es: „Allah ist schön und er liebt das Schöne. Allah ist rein und er liebt das Reine. Allah ist großzügig und er liebt den Großzügigen. So haltet eure Häuser, Arbeitsstellen und euer Umfeld rein.“ (Kutub as-Sitta, Bd. 10, S. 119)Verehrte Geschwister,

wir müssen auf die Reinheit der Orte achten, an denen wir uns befinden. Dazu gehört auch, darauf zu achten, dass man keinen Müll oder Zigarettenstummel auf den Boden wirf. Der Gesandte Allahs hat untersagt etwa Straßen und Bäume, die Schatten spenden, zu beschädigen oder zu verdrecken. (Riyâzus-Salihîn, Bd. 3, S. 282) Und unser Herr sagt: „Und er machte euch die Sonne und den Mond dienstbar, beide in rastlosem Lauf. Und dienstbar machte er euch die Nacht und den Tag. Und er gibt euch etwas von allem, um das ihr ihn bittet. Und wenn ihr die Gnadenerweise Allahs aufzählen wolltet, könntet ihr sie nicht berechnen. Der Mensch ist wahrlich ungerecht und undankbar!“ (Sure Ibrâhîm, [14:33-34]) Dies zeigt uns, dass alles um uns herum Allahs Gaben sind. Denn niemand hat das Recht etwas zu verbrauchen ohne dabei an andere zu denken. Nicht nur die Menschen in unserer Umgebung haben nämlich ein Recht auf diese Dinge, sondern auch die Generationen, die nach uns folgen werden und ebenso alle anderen Lebewesen.Verehrte Muslime,

die Welt, in der wir leben, die Atmosphäre, das Meer, das Land, die Tiere und alles andere, bietet uns so viele Möglichkeiten ein gesundes Leben zu führen. Doch Egoismus, Unwissenheit, Feindschaft und Ausschweifung bedrohen dieses Leben. Dies kommt durch Menschen zustande, die verantwortungslos handeln. Im Koran heißt es deshalb: „In Erscheinung getreten ist Unheil zu Land und Meer als Folge dessen, was die Menschen anrichteten, damit er sie einiges von ihrem (Fehl-)Verhalten spüren ließe, auf dass sie umkehren. (Sure Rûm, [30:41]) Als Muslime müssen wir uns fragen, wie wir uns unserem Umfeld und unserer Umwelt gegenüber zu verhalten haben. Mit dem Anliegen ein bewussteres Verhältnis zu unserer Umwelt aufzubauen, beenden wir die Hutba mit einer Überlieferung des Propheten Muhammad (saw): „Wenn ein Muslim einen Baum pflanzt oder einen Samen sät und von dessen Früchten die Menschen, Vögel pder Tiere essen, gilt dies als Sadaka (Almosen).“ (Buchârî)IGMG-Irschadabteilung

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