Freitagspredigt

Hutba – Einsicht zeigen, Vergebung erhoffen

07. August 2009

Verehrte Muslime,

der Schüssel zur Glückseligkeit im Diesseits sowie im Jenseits, ist eine Lebensführung, die den Geboten und Verboten Gottes gemäß ist. Die Missachtung seines Willens führt über kurz oder lang zu einem nachteiligen Ergebnis. Dies wird im Koran mit folgenden Versen verdeutlicht:Wer aber meine Ermahnung nicht annimmt, dem ist ein kümmerliches Leben beschieden. Und am Tage der Auferstehung werden Wir ihn blind vorführen. Fragen wird er: „šO mein Herr! Warum hast du mich blind auferweckt, wo ich vorher doch sehen konnte?‘ Er wird sprechen: „šSo sei es! Zu dir kam Unsere Botschaft, doch du hast sie missachtet. So wirst du heute missachtet!‘ (Sure Tâhâ, [20:124-126])

Verehrte Geschwister,

wie in diesem Vers gesagt wird, muss, wer Glückseligkeit erlangen möchte, sich von Sündhaftem fernhalten, von Irrtümern abkehren, Einsicht zeigen (Tawba) und Gott um Vergebung und Nachsicht bitten. Fehler machen ist menschlich. Wichtig ist nur vom Fehler abkehren zu können. Dies meinte auch der Prophet, als er sagte: „Der Mensch kann von Fehlern nicht ablassen. Doch der beste derjenigen, die Fehler begehen, ist derjenige, der Einsicht zeigt und Gott um Vergebung bittet.“ (At-Tâdsch, 5, 151) Aus diesem Grund hat uns unser Herr einen Weg gezeigt, uns der Bürde unserer Vergehen, von denen wir uns nicht gänzlich fernhalten können, zu entledigen, nämlich den Weg der Reue und Einsicht. Seine Einladung lautet im Koran wie folgt: Und bekehrt euch zu Allah allzumal, o ihr Gläubigen, damit es euch wohl ergehe. (Sure Nûr, [24:31])

Verehrte Muslime,

nur durch aufrichtige Reue und wirkliche Einsicht können wir von unseren Fehlern loskommen, die unsere Glückseligkeit verhindern. Wie in folgendem Vers gesagt wird, muss die Einsicht so verinnerlicht worden sein, dass der begangene Fehler nicht wiederholt wird: „O ihr, die ihr glaubt! Kehrt euch Allah zu, in aufrichtiger Reue. Vielleicht deckt Allah eure Missetaten zu und führt euch in Gärten ein, durcheilt von Bächen – an jenem Tage, an dem Allah den Propheten und die Gläubigen mit ihm nicht beschämen wird. Ihr Licht wird ihnen vorauseilen und zu ihrer Rechten. Sie werden sprechen: „šO unser Herr! Mache unser Licht vollkommen und verzeihe uns; siehe, Du hast Macht über alle Dinge.'“ (Sure Tahrîm, [66:8])

Vergehen gegenüber Gott, wie zum Beispiel das Versäumnis der Gottesdienste (pl. Ibâdât) und Vergehen gegenüber den Mitmenschen, wie die Missachtung ihrer Rechte oder gar Ungerechtigkeit und Unterdrückung beschmutzen den Geist des Menschen. Dieser Mensch kann keine innere Seelenruhe finden. Denn diesen Frieden finden nur diejenigen, die sich einer islamischen Lebensführung widmen. Deshalb bedeutet Einsicht nichts anderes als eine Kehrtwende.

Verehrte Geschwister,

Gott, dessen Vergebung grenzenlos ist, möchte seine Geschöpfe nicht bestrafen. Er erwartet, dass wir uns ihm zukehren und um Vergebung bitten. In diesem Sinne möchten wir unsere Hutba mit den Versen des Korans beenden: „Und diejenigen, die Allahs gedenken und für ihre Sünden um Verzeihung flehen, wenn sie etwas Schändliches getan oder wider sich gesündigt haben – und wer vergibt die Sünden, wenn nicht Allah? – und die nicht im (Bösen) verharren, das sie wissentlich taten: Ihr Lohn ist Verzeihung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu  verweilen; und herrlich ist der Lohn der (Gutes) Wirkenden.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:135-136])

IGMG-Irschadabteilung

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