Freitagspredigt

Hutba – Ferien und „Sila-i Rahîm“

03. Juli 2009

Verehrte Muslime,

im Islam ist das gute Verhältnis zu den Verwandten von besonderer Bedeutung.

 

In einem Hadîth wird uns überliefert, dass Allah gesagt hat: „Ich bin Allah. Ich bin der Barmherzige (Rahmân), ich habe die Barmherzigkeit (Rahma) erschaffen und ihm einen meiner Namen gegeben. Wer nun die Pflichten der Verwandtschaft erfüllt, den belohne ich, und wer die Beziehung zu seinen Nachbarn abbricht, dem verwähre ich meine Barmherzigkeit.“(Tirmizî, Bir, 9) Eine der Grundlagen der Barmherzigkeit, des Zusammenhalts und der Geschwisterlichkeit ist der Sila-i Rahîm. Sila-i Rahîm bedeutet, seine Verwandten zu besuchen, sich nach dessen Wohlbefinden zu erkundigen, ihre Freude und ihren Schmerz zu teilen und ihnen nach Kräften zu helfen. Das Gebot des Sila-i Rahîm umfasst alle Verwandten, egal ob Mann oder Frau, egal ob Erbfolger oder nicht. Es handelt sich hierbei um eine Pflicht (Farz) die Beziehungen mit den Verwandten aufrecht zu erhalten. Es ist verwehrt (harâm) seine Verwandten zu vernachlässigen. Dies ist nur möglich, wenn man sich um seine Verwandten sorgt, ihnen in jeder Hinsicht hilft und sie nicht vergisst.        

 

Verehrte Geschwister,

der Gesandte Gottes Muhammad (saw) hat stets  auf die Wichtigkeit der verwandtschaftlichen Bindungen hingewiesen. Er sagte: „Wer seine verwandtschaftlichen Beziehungen abbricht, kann nicht ins Paradies gelangen.“ (Buchârî, Âdâb, 11) „Unter den guten Dingen, die zu einer schnellen Belohnung führen, sind die gute Tat und der Verwandtschaftsbesuch. Unter den Dingen, die zu einer baldigen Bestrafung führen, befinden sich Ungerechtigkeit (Zulm) und die verwandtschaftlichen Beziehungen abzubrechen.“ (Munziri, at-Targîb wat-Tarhîb, 3, 343) Denn wer Gutes tut, dem begegnet auch Gutes; wer barmherzig ist, dem widerfährt Barmherzigkeit. Wer seine Beziehung zu Gott aufrecht erhalten und stärken möchte, der darf die Beziehung zu seinen Verwandten nicht aufgeben.

 

Am Ende unserer Hutba möchten wir unseren Geschwistern, die in den Urlaub fahren, also dem Gebot des Sila-i Rahîm nachkommen, einige Ratschläge mit auf den Weg geben.

 

– Tretet eure Reise mit der Absicht an, eure Verwandten zu besuchen, damit dieser als Gottesdienst (Ibâda) vergolten wird.

– Betet zwei Gebetsabschnitte (Rak’a) bevor ihr eure Reise antretet; so tat es der Gesandte Gottes.

– Sprecht mit euren Freunden und Bekannten und verabschiedet euch von ihnen und bittet um Rechtsausgleich.

– Gebt eine Spende bevor ihr losfahrt. Versäumt es nicht, auch während der Reise Bittgebete zu sprechen und diese auch euren Kindern beizubringen.

– Zeigt euren Kindern was es in der Praxis bedeutet seine Verwandten zu besuchen und sie zu beschenken.

– Diejenigen unter euch, die keine Reise zu ihren Verwandten machen können, sollten ihnen Grüße ausrichten und ihnen Geschenke zukommen lassen, auch wenn es sich um Kleinigkeiten handelt.

 

Zuletzt, verehrte Muslime,

sollten wir nicht vergessen, dass derjenige, der seinen Verwandten nahesteht auch Gott nahesteht und derjenige, der ihnen fernbleibt, auch Gott fern ist.

 

IGMG-Irschadabteilung

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