Freitagspredigt

Hutba – Gesundheit und Hygiene

06. November 2009

Verehrte Muslime,

unser Prophet Muhammad (saw) rät uns „Wertschätzt eure Gesundheit, noch bevor ihr krank werdet.“ (Fath al-Kabîr, 1/203) Denn eine Voraussetzung, um sich gegen Krankheiten zu schützen, ist das Bewusstsein um den Wert der Gesundheit. Auch der Schutz der Gesundheit gehört zu den zu schützenden Dingen im Islam. Sich vor Krankheiten zu schützen, ist quasi eine religiöse Pflicht. Denn um seinen Pflichten als Muslim in bester Weise nachkommen zu können, sollte man gesund sein. In einem anderen Hadîth heißt es diesbezüglich: „Ein kräftiger Gläubige ist besser als ein schwacher.“ (Muslim, Hadîth Nr.  2664) Folglich soll der Muslime also auf seine körperliche und geistige Gesundheit achten.

Verehrte Geschwister,

Gesundheit als auch Krankheit kommen von Gott. Das bedeutet aber nicht, dass man sich seinem Schicksal hingeben und nichts unternehmen soll. Wie in dem Hadîth hingewiesen wird, ist es notwendig, gegen etwaige Krankheiten vorzubeugen. Hierzu gehören die einfachsten Dinge wie Körperhygiene, saubere Kleidung und Umgebung, gesunde Ernährung und ausreichende Erholung. Die wichtigste Vorbeugung gegen Krankheiten ist es sicherlich, dass alles, womit wir in Kontakt kommen – angefangen vom Essen bis zur Wohnung – sauber ist. Unsere Religion (Dîn) legt großen Wert auf Hygiene und sieht Sauberkeit sogar als Erfordernis des Glaubens (İmân) an. Die Waschung (Wudû) vor dem Gebet (Salâh), welche verpflichtend ist, das Waschen der Hände vor und nach dem Essen, was zur Sunna Muhammads (saw) gehört, sind nur einige Beispiele für die praktische Umsetzung des eingangs zitierten Hadîth.

Verehrte Muslime,  

eine andere Möglichkeit der Vorsorge ist es, die notwendigen Impfungen vornehmen zu lassen. Der Gesandte Gottes sagte: „Gott hat keine Krankheit geschickt, für die es keine Heilung gäbe. O ihr Diener Gottes, sucht Lösungen für eure Probleme.“ (Tirmizî, 4/383, Hadîth Nr. 2038) Mit diesem Ausspruch macht uns der Prophet die Heilung durch Medizin aufmerksam. Andererseits weist er auch auf die Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten hin, indem er sagte: „Wenn ihr hört, dass an einem Ort die Pest ausgebrochen ist, nähert euch diesem Ort nicht. Wenn ihr euch an einem Ort befindet, an dem die Pest ausgebrochen ist, dann verlasst ihn nicht.“ (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, 9/312)

Verehrte Muslime,

wenn wir diese Hadîthe im Licht der aktuellen Lage betrachten, kommen wir nicht umhin, die erforderlichen Maßnahmen angesichts der Grippeinfektion zu ergreifen. Dazu gehört es, mehr als sonst auf Hygiene zu achten. An oberster Stelle dieser Maßnahmen, steht die Empfehlung, sich oft die Hände zu waschen. Es ist auch nicht immer erforderlich, sich zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand zu geben oder zu Umarmen, obwohl dies zur Sunna des Propheten gehört und unter normalen Umständen verdienstvoll ist. Wenn jemand husten oder niesen muss, sollte verhindert werden, dass die Bazillen nicht an andere Menschen weitergegeben werden, die sich im selben Raum aufhalten. Vor allem unsere Geschwister, die sich auf die Reise nach Mekka und Medina machen, sollten dort, wo es erforderlich ist Mundschutzmasken tragen und mehr als sonst auf Hygiene achten.

 

IGMG-Irschadabteilung