Freitagspredigt

Hutba – Glauben und Leben

24. September 2010

Verehrte Muslime,

wir Menschen wurden erschaffen, um Allah zu erkennen und ihm zu dienen. Das ist der Sinn unseres Daseins. Der Glauben (İmân) ist für uns von größter Bedeutung. Der İmân reinigt unsere Herzen von allem, was uns daran hindern könnte, Gott zu erkennen. Der Glauben war es, der aus einer Hand einfacher Menschen vorbildhafte Charakter geformt hat. So können wir heute immer noch von den Gefährten (pl. Ashâb) des Propheten lernen. Der İmân vereint die Muslime – früher wie auch heute. Denn im Koran heißt es: „Die Gläubigen sind Geschwister…“ (Sure Hudschurât, [49:10]) Sie waren und sind diejenigen, die andere sich vorziehen, auch wenn sie selber bedürftig sind“ (Sure Haschr, [59:9]) Und unser Prophet, Muhammad (saw), sagte: „Die Gläubigen sind wie die Organe eines Körpers bei der Liebe, dem Erbarmen und der Barmherzigkeit, die sie gegeneinander zeigen. Wenn ein Organ erkrankt, sind die anderen auch davon betroffen.“ (Buchârî, Adab, 27; Muslim, Birr, 66)

Verehrte Geschwister,

wenn der Glauben einmal im Herzen des Gläubigen verankert ist, wird er sich in jedem Gedanken und jeder Handlung bemerkbar machen. Sein Denken und Handeln wird vom Glauben gelenkt und geformt werden. Er wird sich überall und zu jeder Zeit der Gegenwart Gottes bewusst sein. Er wird sein Wort halten, das ihm Anvertraute gut behandeln, nicht vom Rechten ablassen, seinen Mitmenschen nützlich zu sein versuchen und sich von allem Schlechten fernhalten. Der Glauben macht den Gläubigen zu einem hilfsbereiten, gerechten und verantwortungsbewussten Menschen.

Verehrte Muslime,

diese Eigenschaften kommen einem natürlich nicht zugeflogen. Gott hat uns die Fähigkeit dazu gegeben. Aber jeder einzelne ist es, der sie sich aneignen und im Leben umsetzen muss. Deshalb sollte sich jeder fragen, inwieweit er das getan hat. Welche Rolle spielt unser Glauben in unserem Leben? Geht unser Denken und Handeln von ihm aus? Oder ist der Glauben nur etwas, was unser Leben reicher macht, aber nicht formt? Gute Taten sind eine Form, den Glauben zu leben.

Wir möchten unsere Hutba mit einem Vers beenden und bitten Allah, dass er uns zu den Geschöpfen zähle, die ihren Glauben auch leben. Im Koran heißt es: Siehe, nur das sind Gläubige, deren Herzen in Furcht erbeben, wenn Allah genannt wird, und deren Glauben wächst, wenn ihnen unsere Verse vorgetragen werden; Und die auf Allah vertrauen, die das Gebet verrichten und von dem spenden, was wir ihnen bescherten. Das sind die wahren Gläubigen. Ein hoher Grad an Wertschätzung ist ihnen bei ihrem Herrn bestimmt sowie Verzeihung und großzügige Versorgung. (Sure Anfâl, [8:2-4])

IGMG-Irschadabteilung