Freitagspredigt

Hutba – Gottesfurcht (Takwâ)

20. Mai 2011

Verehrte Muslime,

sich von Schlechtem fernzuhalten, bedeutet gottesfürchtig zu sein. So ist die Gottesfurcht (Takwâ) als Gottesdienst (Ibâda) anzusehen. So wie man etwas Kostbares vor allen schlechten Einflüssen fernzuhalten versucht, so sollte man auch sein Herz von Sünden reinigen und von diesen fernhalten. Ist das Herz geläutert, beginnt man, seine Gebete bewusster zu verrichten. Nur durch Gottesfurcht erreicht man im Dies- und Jenseits einen tiefen inneren Frieden. „[„¦] Wahrlich, Allah liebt die Gottesfürchtigen.“ (Sure Âli Imrân, [3:76]) heißt es im Koran. Und auch unser Prophet Muhammad (saw) bat Allah: „O Allah, gebe mir Wissen, Besonnenheit und Gottesfurcht.“

Verehrte Geschwister,

Imam Kuschayrî beschreibt Takwâ als Quelle innerer Zufriedenheit: Gottesfurcht ist das Abwenden von allem, was den Menschen von Allah entfernt.“ Imam Rabbânî sagt dazu: Zwei Dinge sind von nöten, um sich vor dem Unglück im Diesseits und der Hölle im Jenseits zu schützen: Das Festhalten der Gebote und das Fernhalten von den Verboten. Und noch wichtiger als diese beiden ist die Gottesfurcht.„ Ein anderer Gelehrter namens Abu Bakr Kattânî beschreibt den Gottesfürchtigen mit den Worten: Der Gottesfürchtige geht seiner Triebseele (Nafs) nicht nach, sondern hält sich an die Gebote des Islams. In der Nähe Allahs findet er Ruhe und hat Gottesvertrauen.“ Imam Nawawî, der große Hadithgelehrte, sagt: „Gäbe es auf der Welt etwas besseres als die Gottesfurcht, etwas, was eine größere Belohnung mit sich bringt, etwas, was zur Vervollkommnung des Dieners dient, würde Allah dies empfehlen. Denn er ist der Barmherzige.“ Die Gottesfurcht hält also von jeder Form von Übel ab und führt den Menschen zu innerem Frieden.

Deswegen, liebe Geschwister,

sollten wir uns von den Dingen, die Allah missfallen fernhalten. Wir sollten seiner gedenken, damit unsere Herzen erhellt werden. Unser Handeln sollte nur von guten Absichten geleitet werden. Denn „Siehe, Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen an.“ (Sure Mâida, [5:27]) Demzufolge: „Wisset, dass über Allahs Freunde keine Furcht kommt und dass sie nicht traurig sein werden. Diejenigen, welche glauben und gottesfürchtig sind, ihnen gilt die frohe Botschaft im irdischen Leben und im Jenseits. Allahs Verheißungen sind unabänderlich. Das ist die große Glückseligkeit!“ (Sure Yûnus, [10:62-64])

Beenden wir die Hutba mit den Aussagen zweier großer Gelehrter: „Wer seinen Zorn und seine Wut nicht besiegen kann, der kann kein Gottesfürchtiger werden. Um ein Gottesfürchtiger zu sein, sind Zunge, Herz und alle anderen Körperteile zu schützen und niemandem Leid zuzufügen und niemanden zu einer Sache zu zwingen.“ (Bischr al-Châfî) „Solange ihr die Gottesfurcht zu eurem Begleiter macht, werdet ihr am Tag der Abrechnung errettet werden.“

IGMG-Irschadabteilung