Freitagspredigt

Hutba – Islam heißt, sich dem Guten zuwenden

09. Juli 2010

Verehrte Muslime,

unsere Religion (Dîn), der Islam, ruft nur zum Guten und den Geschöpfen dienlichen auf. Dem Islam anzuhängen bedeutet also sich dem Guten zu verpflichten. In der Sure Mâida heißt es: „“¦ Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Allah; siehe, Allah ist streng im Strafen. (Sure Mâida, [5:2]) Dem Menschen ist also die Verantwortung gegeben worden, alles zu vermeiden, was sündhaft ist und zu Feindschaft führt. In einem anderen Vers steht: „Andere unter ihnen sprechen: „Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers. (Sure Bakara, [2:201])

 

Diesen Versen zufolge besteht die Absicht des Islams darin, dem Menschen zum Glück im Diesseits und im Jenseits zu führen. Damit der Islam dieses Ziel erreichen kann, ruft er seine Mitglieder dazu auf, sich immer für das Gute einzusetzen und Geschwisterlichkeit und Solidarität zu üben. Unser Schöpfer sagt im Koran: „O ihr, die ihr glaubt! Beugt euch und werft euch nieder und dient euerem Herrn und tut Gutes, damit es euch wohl ergeht. (Sure Hadsch, [22:77])

 

Verehrte Geschwister,

unser Prophet, Muhammad (saw) hat seine Gefährten und damit auch alle Muslime in der Zukunft oft dazu motiviert, ein bewusst auf das Wohlwollen Allahs Leben zu führen. In einer der Überlieferungen sagt er: „An jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist es jedem Muslim geboten, Sadaka zu geben (Gutes zu tun).“ Seine Gefährten fragten: „O Gesandter Gottes, was soll der Gläubige tun, wenn er nichts besitzt, um Sadaka zu geben?“ „Dann arbeitet er, bestreitet seinen Unterhalt und gibt vom Rest Sadaka.“, sagte der Prophet. „Was ist, wenn er das nicht vermag?“, wurde gefragt. Muhammad antwortete: „Dann hilft er jemandem, der der Hilfe bedarf; dies zählt für ihn als Sadaka.“ „Und wenn er auch das nicht machen kann?“, fragten die Gefährten weiter. „Dann soll er die Menschen zum Guten und Rechten aufrufen. Er soll sie zum Rechten einladen und sich davor hüten, anderen Schaden zuzufügen.“, erwiderte der Gesandte Gottes. (at-Tâdsch, 2, 40)

Verehrte Muslime,

lassen wir noch einige der weisen Worte Muhammds auf uns wirken. Unser Prophet sagte: „Es gibt keine Sadaka, die bei Allah angesehener ist, als die Wahrheit und das Rechte zu sprechen.“ (at-Tâdsch, 454) „Die beste Sadaka ist es die Zunge (vor Lügen, übler Nachrede und bösen Worten) zu behüten.“ (at-Tâdsch, 454) „Die schönste Sadaka ist es zerstrittene Menschen zu miteinander zu versöhnen.“ (Dschâmius Sağîr) „Die wertvollste Sadaka isz jene, die dem Verwandten gegeben wird, der Feindschaft gegenüber einem hegt.“ (Dschâmius Sağîr, 467) „Es ist Sadaka Hindernisse wie einen Stein, Dorn und Knochen aus dem Weg zu räumen“¦“ (Mischkatul Masâbih, 1991) „Seine Gattin zu behandeln, ist Sadaka.“ (Mischkatul Masâbih, 1898) „Unterschätze keine gute Tat, auch wenn es nur ein lächelndes Gesicht ist.“ (Muslim, 1782)

Verehrte Geschwister,

angesichts der bevorstehenden Ferienzeit möchten wir unsere Hutba mit einigen Erinnerungen diesbezüglich beenden. Die Sommerferien werden viele unserer Geschwister dazu nutzen, um sich in ihren ursprünglichen Herkunftsländern vom Stress eines arbeitsreichen Jahres zu erholen und ihre Verwandten zu besuchen. Andere werden nicht verreisen können. Den letzteren empfehlen wir vor allem ihre Kinder zur Teilnahme an unseren Reisen zu motivieren. Mit diesen Reiseveranstaltungen beabsichtigen wir, das Wissen und die Kultur unserer Kinder und Jugendlichen zu fördern und ihren Horizont zu erweitern. Denn wie wir alles wissen, ist der größte Feind des Menschen seine Unwissenheit und Beschränktheit.

Unsere Geschwistern, die ihre Verwandten besuchen, empfehlen wir gemeinsam mit ihren Kindern historisch und kulturell bedeutende Sehenswürdigkeiten in ihren Ländern zu besichtigen. Keineswegs sollte außerdem der Verwandtschaftsbesuch darunter leiden. Denn noch wichtiger als die Wurzeln unserer Kultur zu verlieren, ist es, den Kontakt zu den Menschen zu unterbrechen, mit denen uns eine selbstverständliche Nähe verbindet. Wir glauben, dass dies den Charakter unserer Nachkommen nicht unerheblich beeinflussen wird.

Möge uns Allah zu jenen Geschöpfen zählen, die sein Wohlwollen erlangt haben, möge er uns schützen und uns helfen.

IGMG-Irschadabteilung

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