Freitagspredigt

Hutba – Moscheen sind die erste Adresse der Muslime

20. September 2007

Verehrte Geschwister,

„Dschâmî“ heißt „versammeln“ und „umfassen“ und bezeichnet das Gebäude, in dem die Muslime sich zum Gebet versammeln. Es wurde vom arabischen „al-masdschid al-dschâmî“ abgeleitet und mit der Zeit als geläufige Bezeichnung benutzt. „Masdschid“ meint den Ort der Niederwerfung und damit also jeden Raum, in dem Allah angebetet wird. Laut dem Koran ist Kâba die erste Gebetsstätte der Menschheit: „Siehe, das erste für die Menschheit errichtete Haus war das in Bakka (gemeint ist Mekka) – gesegnet und eine Leitung für alle Welt, wo es klare Zeichen gibt, wie die Stätte Abrahams. Wer es betritt, ist sicher.“ [3:96] [3:97] Gemäß einem Hadîth des Gesandten Gottes ist die Masdschid al-Aksa die zweite große Moschee nach der Kâba. (Buchârî, Anbijâ, 40; İbni Mâdcsha, Masâdschid, 7)

Verehrte Geschwister,

in der islamischen Geschichte gab es neben der Kâba auch private Gebetsräume, die ihren Erbauern nach benannt wurden. Die erste Moschee, in der unter der Leitung des Gesandten Gottes das Gebet (Salâh) verrichtet wurde, ist die Kûbâ-Moschee, die während der Auswanderung (Hidschra) erbaut wurde. Nach der Auswanderung errcihtete der Gesandte Gottes die Masdschid an-Nabawi in Medina. Beim Bau dieser Moscheen hat der Gesandte Gottes wie ein einfacher Arbeiter zusammen mit seinen Gefährten gearbeitet. Moscheen erfüllen Funktionen im Bereich des Gottesdienstes, der Bildung und der Kultur. Ursprünglich wurde Moscheen als Orte des Gottesdienstes erbaut und als „Häuser Allahs“ bezeichnet. Unsere Religion (Dîn) gibt dem gemeinschaftlichen Gebet den Vorrang und räumt ihm einen 25-27 mal höheren Stellenwert ein. Das Gebet, bei dem Menschen mit verschiedener Hautfarbe und aus jeder Klasse nebeneinander beten, spielt eine bedeutende Rolle bei der Wahrung der Solidarität.

Geschätzte Geschwister,

wie schon gesagt, werden Moscheen in erster Linie als Orte des Gottesdienstes gebaut und zwar von Muslimen, die an diesem Gründungsziel festhalten. Dies hat uns unser Herr in folgendem Vers mitgeteilt: Betreuen und besuchen sollte die Moscheen Allahs nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Steuer zahlt und. Allah allein fürchtet. Diese mögen zu den Rechtgeleiteten gehören.“ [9:18] Denn die Absicht bei der Erbauung einer Moschee ist, dass in ihr das Gebet verrichtet wird. Diejenigen, die nicht an die Notwendigkeit des Gebets glauben, werden auch keinen Bedarf nach einer Moschee haben. Diese Menschen werden verantwortlich dafür sein, dass die Moscheen geistig leer und wüst werden. Die Gelehrten, die diesen Vers kommentieren, wiesen auf zweierlei hin: Erstens die materielle Erbauung der Moscheen und zweitens die geistige, die durch die Vielzahl der Betenden gewährleistet wird, wobei sich diese Elemente vervollständigen. Ohne Moschee kann es keine Gemeinschaft geben und ohne Gemeinschaft kann die Moschee ihre Funktionen nicht erfüllen. Die Moschee ist die erste Adresse derjenigen Muslime, die in ihrem Glauben und ihren Gottesdiensten aufrichtig sind. Sie sollten beim Bau behilflich und – soweit möglich – bei der Verrichtung der Gebete anwesend sein, um auf diesem Wege diese gesegneten Stätten zu erhalten.

Verehrte Geschwister,

die Moscheen in Europa haben keine Mittel außer den Zuwendungen der Gemeinschaft. Deshalb ist die materielle und geistige Aufrechterhaltung dieser Gebetshäuser nur mit der Unterstützung der Gemeinschaft möglich. Aus diesem Grund hat unser Verband eine Kampagne unter dem Motto „Werde ein Mitglied, finde ein Mitglied“ gestartet, die bis zum Ende des Jahres fortgeführt werden wird. Wenn es immer noch Geschwister im Viertel gibt, die kein Mitglied der Moschee sind, bitten wir diese sofort die Mitgliedschaft zu beantragen und wenn jemand schon ein Mitglied ist, bitten wir ihn darum, ein weiteres Mitglied für die Gemeinde zu finden. Denn „zu etwas Gutem zu verleiten, ist wie es selbst getan zu haben.“ Man darf nicht vergessen, dass jemand, der kein Mitglied der Moschee ist, aber ihre Dienste in Anspruch nimmt, gegenüber seinen Geschwister, die Mitglied sind, verantwortlich ist. Wir möchten unsere Hutba mit einem Hadîth beenden: „Demjenigen, der um Gottes Willen eine Moschee erbauen lässt, dem errichtet Allah ein Haus im Paradies.“

IGMG – Irschad-Abteilung