Freitagspredigt

Hutba – Ramadan, Zakât, Fitr-Abgabe und Infâk

05. September 2008

Verehrte Muslime,

im Koran heißt es: „Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt, in jeder Ähre hundert Körner. Und Allah gibt doppelt, wem Er will, und Allah ist umfassend und wissend.“ [2:261] Zu dem Vermögen, dass auf dem Wege Allahs ausgegeben wird, gehört auch die obligatorische Zakât und andere verbindliche und freiwillige Spenden (Infâk, Sadaka). Die Zakât ist eine der fünf Säulen des Islams und wird im Koran an zweiter Stelle, direkt nach dem Gebet (Salah) genannt. Sie muss von Muslimen, die aus islamrechtlicher Sicht als wohlhabend anzusehen sind, an diejenigen acht Personengruppen entrichtet werden, die im Koran genannt werden. Die Zakât mit dem Bewusstsein eines Gottesdienstes (Ibâda) zu entrichten, bedeutet nicht nur einem Gebot Folge zu leisten, sondern auch den Zusammenhalt, die Solidarität und Barmherzigkeit unter den Menschen zu stärken. Somit trägt die Zakât zu einer friedlichen und ausgewogenen Gesellschaft bei.

Verehrte Geschwister,

zu den verpflichtenden Spenden gehört an erster Stelle die Fitr-Abgabe, die lediglich im Ramadan gezahlt werden muss. Jedoch ist es Tradition, auch die Zakât, die normalerweise zu einer anderen Zeit gezahlt werden kann, im Ramadan zu entrichten. Auf diese Weise möchte man den Segen des Fastenmonats steigern. Doch dadurch wird auch dazu beigetragen, dass arme und bedürftige Menschen einen unbeschwerten Ramadan erleben können. So ist der Ramadan – der Monat des Fastens und des Korans – der Monat der Gottesdienste. Die Muslime erhoffen sich, das Ramadanfest am Ende des Fastenmonats, von allen Sünden befreit zu sein.

Der Prophet sagte: „Wenn der Ramadan beginnt, werden die Tore der Himmel geöffnet, die der Hölle geschlossen und die Teufel in Ketten gelegt.“ (Buchârî, Sawm, 5) In einer Überlieferung von Ibni Abbâs heißt es: „Der Gesandte Gottes war der großzügigste unter uns. Der Ramadan, in der Gabriel oft zu ihm kam, war die Zeit, in der er am großzügigsten war. Gabriel traf sich jede Nacht mit ihm und sie rezitierten den Koran, bis zum Morgengrauen – oder bis der Ramadan vorüber war.“ (Buchârî, Sawm, 7) Anas (ra) berichtet: „Der Gesandte Gottes wurde gefragt: „Welche Sadaka ist am verdienstvollsten?“ „Die Sadaka, die im Ramadan gegeben wird.“, antwortete er.“ (Tirmizî, Zakât, 28)

Verehrte Muslime,

im Lichte der genannten Verse und Hadîthe ist es nicht schwer, zu erkennen, dass der Ramadan der Monat des Fastens, des Korans, der Zakât, der Sadaka und des Infâk ist. Es ist ein Monat, in dem der Muslim, durch die Verrichtung dieser Gottesdienste, das Paradies gewinnen kann. Wir leben in einer Zeit, in der sehr viele Menschen von Armut betroffen sind, während andere in Saus und Braus leben, als ob sie diese Menschen nicht wahrnehmen würden. Deshalb müssen wir Muslime uns bemühen, diesen armen und bedürftigen Menschen Hoffnung zu geben. Mit diesem Bewusstsein müssen wir die Zakât zahlen und spenden. Unser Verband hat bereits in den ersten Tagen des Ramadan damit begonnen, diese Gottesdienste im Auftrag der Musliem zu verrichten und bedürftigen Menschen zu helfen. All unsere Geschwister sind aufgerufen, diese Arbeit zu unterstützen und somit ihren Beitrag zu leisten. Wenn erforderlich müssen wir jeden einzeln aufsuchen und zur Teilnahme an der Kampagne ermutigen. Auch von den Medien, die unsere Zentrale hat anfertigen lassen, sollten wir Gebrauch machen. Wir bitten Allah, dass er den Muslimen einen gesegneten Ramadan beschere und möchten unsere Hutba mit einem Vers beenden: „“¦Und Allah sprach: „Siehe, Ich bin mit euch. Fürwahr,wenn ihr das Gebet verrichtet und die Steuer zahlt und Meinen Gesandten glaubt und ihnen helft und Allah eine schöne Anleihe leiht,wahrlich, dann decken Wir euere Missetaten zu. Und wahrlich, dann führen Wir euch in Gärten ein, durcheilt von Bächen. Wer von euch hiernach nicht glaubt, ist vom rechten Weg abgeirrt.“[5:12]

IGMG – Irschad-Abteilung