Freitagspredigt

Hutba – Sich auf das Jenseits vorbereiten

08. Juli 2011

Verehrte Muslime,

unser Schöpfer erinnert uns im Koran an die Vergänglichkeit aller Dinge. Dort steht: „Jeder soll den Tod kosten.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:185]) Im Islam stellt der Tod kein Ende dar, sondern einen Anfang, den Beginn eines neuen Lebens. Und dieses neue Leben beginnt mit der Rechenschaft für das diesseitige Leben.

Allah sagt uns im Koran: Und wir werden am Tage der Auferstehung gerechte Waagen aufstellen, und niemand soll im geringsten Unrecht erleiden. Und wäre es (auch nur) vom Gewicht eines Senfkorns, wir brächten es herbei. Und wir genügen als Rechner.„ (Sure Anbiyâ, [21:47]) In einem anderen Vers geht es um die Befragung, wie und wo man die Gaben Allahs genutzt hat: An diesem Tage werdet ihr dann gefragt werden, was ihr aus den Gaben des Lebens gemacht habt.„ (Sure Takâthur, [102:8]) Deswegen sollten wir folgende Worte des Gesandten Allahs ernstnehmen: „Kenne den Wert von fünf Dingen, bevor fünf Dinge eintreffen: Den Wert der Jugend, bevor das Alter folgt, den Wert der Gesundheit, bevor die Krankheit folgt, den Wert des Wohlstands, bevor die Armut folgt, den Wert der freien Zeit, bevor die Arbeit folgt, und den Wert des Lebens, bevor der Tod folgt.“ (Hakîm, Mustadrak, 4/341)

Verehrte Geschwister,

dies sind mahnende Worte. Kein Augenblick geht verloren, jeder Augenblick wird festgehalten. Unser Herr sagt: Und das Buch wird offengelegt, und du wirst die Sünder über seinen Inhalt in Ängsten sehen. Und sie werden rufen: „Wehe uns! Was bedeutet dieses Buch! Es ließ weder die kleinste noch die größte (Sünde) unaufgeschrieben.‘ Und sie werden dort ihre Taten vorfinden, und keinem wird dein Herr unrecht tun.„ (Sure Kahf, [18:49])

Verehrte Muslime,

„Zieht euch zur Rechenschaft, bevor ihr zur Rechenschaft gezogen werdet.“ So lautet eine Empfehlung unseres Propheten. Er beschreibt den Jüngsten Tag wie folgt: „Am Tag des Jüngsten Gerichts nähert sich die Sonne dem Boden und die Menschen beginnen zu schwitzen. Bei einigen reicht der Schweiß bis zu den Fußballen, bei anderen bis zu den Waden, bei einigen bis zu den Knien, bei anderen bis zu den Oberschenkeln und wieder anderen bis zum Mund (und dabei zeigte der Prophet auf seinen Mund). Und dann gibt es einige, deren Schweiß auch ihre Größe übersteigt (Als der Prophet dies erzählte, zeigte er über seinen Kopf).“ (Ahmad bin Hanbal, Musnad, 4/157)

Eine andere Situation am Tag dar Abrechnung beschreibt der Prophet wie folgt: „An dem Tag, an dem es keinen anderen Schatten geben wird, wird Allah sieben Gruppen von Menschen unter seinem Thron Schatten spenden. Diese Menschen sind:

– gerechte Staatsführer

– Menschen, die in ihrer Jugend Allah dienen

– Muslime, deren Herzen an den Moscheen hängen

– Menschen, die einander für Allah lieben und für Allah zusammenkommen und sich für Allah trennen

– Menschen, die sich aus Takwâ vor Unzucht schützen

– Menschen, die ihre Sadaka im Geheimen geben

– Menschen, die auch wenn sie alleine sind, Allahs gedenken und dafür weinen.“ (Tirmizî, Zuhd, 53)

Lasst uns unsere Hutba mit einer Überlieferung beenden, die uns nahe bringt, was das endlose jenseitige Leben für uns bereit hält: „Eines Tages ging Umar (ra) zum Gebetsplatz und sah Muaz bin Dschabal (ra) am Grab des Propheten weinen. „šWarum weinst du?‘, fragte er. Und Muaz erzählte, was der Prophet gesagt hatte: „Wenn auch nur wenig, Augendienerei ist Vielgötterei (Schirk). Wer sich mit den Freunden Allahs verfeindet, verfeindet sich mit Allah. Allah liebt die Gottesfürchtigen (Muttakî), die nicht auffallen. Nach diesen wird nicht gesucht, wenn sie mal nicht da sind. Wenn sie die Gesellschaft verlassen, werden sie nicht gerufen und sind nicht bekannt. Ihre Herzen sind Lichter der Rechtleitung und sie sind losgelöst von allem Dunkeln und Zweifelhaftem.„  (Tabarânî)

IGMG-Irschadabteilung

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