Freitagspredigt

Hutba – Sich der Jugend annehmen

08. Mai 2009

Verehrte Muslime,

die Jugend ist in jeder Hinsicht ein Alter der Entwicklung. In diesem Lebensabschnitt beginnt der Mensch Ideale zu verfolgen, sich eine Zukunft zu erträumen, verstärkt Freundschaften zu knüpfen und sich gegen andere zu behaupten, so dass es manchmal auch zu Problemen kommen kann. Jugendliche bedürfen in der Regel der Führung und sind leichter zu beeinflussen, da sie in diesem Alter allem offen gegenüberstehen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger sich der Jugend anzunehmen, ihre Fähigkeiten zu fördern und ihnen dabei zu helfen, ihr Potenzial in bester Weise in der Gesellschaft zu entfalten. Hierbei tragen vor allem die Eltern und die Lehrer eine große Verantwortung. Diese Verantwortung nicht wahrzunehmen, kann in den schlimmsten Fällen dazu führen, dass unsere Jugendlichen auf die schiefe Bahn geraten. Aufgrund von Vernachlässigung kommt es vor allem bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren zum Schulabbruch, kriminellen Vorfällen oder sogar Drogengebrauch. Somit ruinieren viele unserer Jugendlichen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern beeinträchtigen auch den Frieden in der Gesellschaft.

Verehrte Geschwister,

gemäß dem Islam trägt der junge Mensch mit dem Beginn der Pubertät die alleinige Verantwortung für sein Handeln. Deshalb muss der Jugendliche in diesem Alter wissen, worin der Sinn unserer Erschaffung besteht und was uns nach dem Leben erwartet. Vor allem aber muss er die Fähigkeit besitzen, sein Handeln zu hinterfragen. Es ist notwendig, der Jugend den Glauben an Gott sowie an das Jenseits zu vermitteln und ihnen darzulegen, was Gott von uns erwartet. Hierbei dürfte es auch hilfreich sein, auf Beispiele aus der Geschichte des Islams einzugehen und Vorbilder zu benennen. So ist es durchaus sinnvoll darauf hinzuweisen, wie der Prophet Abraham (as) sich bemüht hat, seine Landsleute vom Götzendienst abzubringen [21:51], wie Josef (as) seinem Ego Einhalt geboten hat [12:23], dass eine Gruppe junger Männer ihre Heimat verlassen und sich in einer Höhle versteckt haben, nur um ihren Glauben leben zu können [18:10], was für ein ehrenhaftes Leben der Prophet Moses (as) führte [28:23][28:24][28:25][28:26] und was für einen edlen Charakter der Gesandte Gottes Muhammad (saw) besaß, obwohl er in einer Zeit der Sittenlosigkeit lebte. Wie wichtig es ist, vor allem in der Jugend die Gebote Gottes zu befolgen, bezeugt der Hadîth, der besagt, dass junge Menschen, die im Diesseits Gottes Gebote befolgen, im Jenseits zu der Gruppe von Menschen gehören werden, die im Schatten des Throns sitzen werden. In einem anderen Hadîth heißt es: „Der Mensch wird (im Jenseits) nicht eher seinen Platz verlassen, bis er  gefragt wird, wie und wo er seine Jugend („¦) verbracht hat.“ (Tirmizî, Kijâma, 1)

Verehrte Muslime,

unsere Aufgabe besteht darin, unsere Jugendlichen zu guten und aufrichtigen Menschen zu erziehen, die ihrer Familie, der Gesellschaft und der Menschheit nützlich sind. Dies erfordert aber nicht nur ihnen ein finanziell abgesichertes Leben zu ermöglichen, sondern auch, ihren Geist zu erziehen. Nur wenn das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Jugend in allen Bereichen der Gesellschaft vorhanden ist, kann eine sinnvolle Leitung und Erziehung der Jugend gewährleistet werden. Sonst können wir unsere Verantwortung gegenüber den als Geschenke Gottes zu betrachtenden jungen Menschen nicht nachkommen. Möge Gott uns Kraft geben unsere Jugend in seinem Sinne zu leiten und sie zu nützlichen Menschen zu erziehen.

Unsere Hutba sei mit einem Koranvers beendet: An diesem Tage werdet ihr dann gefragt werden, was ihr aus den Gaben des Lebens gemacht habt. [102:8]

IGMG-Irschadabteilung

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