Freitagspredigt

Hutba – Sich von schlechten Angewohnheiten fernhalten

29. Mai 2009

Verehrte Muslime,

mit „schlechten Angewohnheiten“ bezeichnen wir jene Gewohnheiten, die nicht nur dem Einzelnen, seiner Familie und der Gesellschaft schaden, sondern auch das Gute an sich verhindern. Im Koran werden die wichtigsten dieser Angewohnheiten genannt: „O ihr, die ihr glaubt! Siehe, Berauschendes, Glücksspiele, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, Satans Werk. Meidet sie, auf dass es euch wohl ergehe. Der Satan will durch Berauschendes und Spiel zwischen euch nur Feindschaft und Hass säen und euch von dem Gedanken an Allah und dem Gebet abhalten. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen?“ [5:90][5:91] In diesen Versen wird also „Berauschendes“, beispielsweise Alkohol und Drogen, sowie Glücksspiel verboten. Ausgehend davon ist im Islam alles verboten, was dem Menschen schadet. Denn derartige Gewohnheiten beeinträchtigen oder schaden dem, das der Islam unter Schutz stellt: den Verstand, das Leben, den Nachwuchs, den Besitz und die Religion. Es ist notwendig diese fünf Dinge zu schützen, damit sie zu dem gebraucht werden können, wozu sie erschaffen wurden.      

Verehrte Geschwister,

schlechte Angewohnheiten werden meist erst durch Gruppendruck und Neugier zu solchen Angewohnheiten. Aus diesem Grund müssen wir uns insbesondere der Jugend, welche in einem bestimmten Alter recht anfällig für solche Gewohnheiten ist, annehmen. Denn wir wissen: Auch wenn beispielsweise nur wenige Zigaretten geraucht werden, kann schon eine Abhängigkeit entstehen. Menschen, die auch vor Alkohol, Drogen und Glücksspielen keinen Halt mehr machen, wollten anfangs nur ihre Neugier stillen. 

Verehrte Muslime,

leider ist es wahr, dass das Alter von Alkohol- und Drogenabhängigen schon etwa bei 12 Jahren liegt. Jeden Tag hören und lesen wir von Jugendlichen, die sich nicht mehr von dieser Abhängigkeit befreien können und ein menschenunwürdiges Leben führen. Auf der anderen Seite beginnt die Spielsucht mit einem angeblichen „harmlosen“ Glücksspiel. Dabei ist doch inzwischen allseits bekannt, dass Alkohol und Drogen schlimmste gesundheitliche Schäden mit sich bringen und vor allem das Nervensystem irreparabel zerstören. Solche Menschen haben aber nicht nur mit gesundheitlichen Folgen, sondern auch mit einem aus dem Gleichgewicht gekommenen Geist zu kämpfen. Wenn man all dies betrachtet, kommt man nicht drum herum, an die Worte des Propheten zu erinnern: „Alkohol ist die Mutter alles Schlechten.“ (Kutub as-Sitta, 7, 267)

Deshalb, verehrte Geschwister,

müssen wir uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und insbesondere der Jugend bewusst werden und alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die Menschen vor solch unwürdigen Schicksalen zu behüten. Vor allem gilt dies für unsere eigenen Familien: Nur wer ein gutes Verhältnis zu seinen Kinder oder anderen Familienangehörigen hat, kann derlei schlechte Angewohnheiten verhindern. Es sei auch an die Rolle der Moscheen erinnert, wo sich die Jugendorganisationen der Jugend annehmen und sie leiten, um ihr Potenzial in richtige Bahnen zu lenken. Diese Arbeit muss in erster Linie von uns nach Kräften unterstützt und gewürdigt werden. Wir möchten die Hutba mit einem Hadîth beenden: „Alles Berauschende ist verboten. Auch nur eine kleine Menge von dem, wovon eine große Menge berauscht, ist verboten.“ (Ibni Mâdscha, Aschriba, 10)

IGMG-Irschadabteilung