Freitagspredigt

Hutba – Sich von schlechten Gewohnheiten fernhalten

18. Juli 2008

Verehrte Muslime,

unsere Jugendlichen sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt, die zu schlechten Gewohnheiten werden können und aus Sicht des Islams verboten sind. Jugendliche, die in einem bestimmten Alter sehr emotional handeln und nach Annerkennung und Andersartigkeit streben, können leicht zu unverantwortlichen Handlungen verleitet werden. Wie wir alle wissen, haben die meisten schlechten Gewohnheiten ihren Beginn in der Jugendzeit. So beginnen diese Menschen in jungen Jahren beispielsweise zu rauchen, Alkohol zu trinken, Glücksspiele zu spielen oder sogar Drogen zu konsumieren, wobei sie meistens innerhalb einer Gruppe dazu angestiftet werden. Jede dieser Gewohnheiten ist in unserer Religion verboten. Muslime müssen sich davon fernhalten. Im Koran heißt es unmissverständlich: „O ihr, die ihr glaubt! Siehe, Berauschendes, Glücksspiele, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, Satans Werk. Meidet sie, auf dass es euch wohl ergehe. Der Satan will durch Berauschendes und Spiel zwischen euch nur Feindschaft und Hass säen und euch von dem Gedanken an Allah und dem Gebet abhalten. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen?“ [5:90][5:91]

Verehrte Muslime,

wie im Vers klar gesagt wird, sind Alkohol, Glücksspiel, Aberglaube und der Gesundheit schadende Dinge wie Drogen und Nikotin verboten. Insbesondere Alkohol und Glücksspiel sind eindeutig verboten worden. Laut einem Bericht von Nûmân bin Baschîr (ra) hat der Gesandte Gottes Muhammad (saw) folgendes gesagt: „Aus Trauben, Datteln, Honig, Weizen oder Gerste wird Berauschendes (Chamr) gemacht. All diese berauschenden Getränke verbiete ich euch.“ (Abû Dâwûd, Aschriba 4, 3676) In einem anderen Hadîth spricht der Gesandte Gottes nicht nur diejenigen an, die Alkohol zu sich nehmen, sondern auch alle, die irgendwie damit zu tun haben: „Allah verfluche den, der Alkohol trinkt, verteilt, verkauft, kauft, herstellt, herstellen lässt, transportiert, zu sich transportieren lässt und den daraus gewonnenen Gewinn nutzt.“ (Tirmizî) Dass in diesem Hadîth zehn Personengruppen verflucht werden, heißt, dass wir nicht nur den Alkoholkonsum vermeiden sollen, sondern auch darauf achten müssen, nicht zu den anderen Gruppen zu gehören. Auch das Glücksspiel ist eindeutig verboten. Tagtäglich können wir aus den Medien entnehmen, welchen Schaden diese und andere Gewohnheiten dem Betroffenen und seiner Familie zufügen. Von der Gier nach Gewinn geleitet, verlieren manche beim Glücksspiel nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Gesundheit, Moral, Würde und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Verehrte Muslime,

von zwei schlechten Gewohnheiten sind besonders Jugendliche betroffen: das Rauchen und der Drogenkonsum. Das Rauchen wird von vielen Gelehrten als verboten eingestuft. Indes haben zahlreiche Studien die tödliche Wirkung von Zigaretten bewiesen. Da diese jedem bekannt sind, ist es an dieser Stelle völlig überflüssig, die Gefahren des Rauchens zu erläutern. Und aus diesem Grund steht auf jeder Zigarettenpackung „Rauchen kann tödlich sein“ oder ähnliches. Es ist unverständlich, wie man dies zwar wahrnimmt, doch trotzdem mit dem Rauchen fortfährt.

Ebenso ist es überflüssig, die Gefahr zu erklären, die von Drogen ausgeht. Denn Drogen bringen den Menschen körperlich sowie geistig um sein Menschsein. Trotz alldem versucht man insbesondere den Jugendlichen, Zigaretten, Alkohol und Glücksspiele schmackhaft zu machen, indem sie in einer anziehenden Verpackung und mit wirkungsvoller Reklame angepriesen werden. Wir stehen in der Pflicht, unsere Jugendlichen vor diesen schlechten Angewohnheiten zu schützen. Die wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme dabei ist, ihnen eine grundlegende religiöse Bildung zu verleihen und ihnen zu einem Leben gemäß dem Islam zu verhelfen. Denn zu den wichtigsten Gründen, sich diesen schlechten Gewohnheiten zu nähern, zählt die Leere des Herzens und des Geistes. Wenn wir diese Leere aber mit dem Glauben und den Gottesdiensten (Ibâda) füllen und uns stets bemühen, anderen dabei behilflich zu sein, werden wir weder das Bedürfnis noch die Zeit haben, diesen Gewohnheiten nachzugehen. Aus diesem Grund müssen wir unsere Jugendlichen von Orten, an denen sie den vorhin beschriebenen schlechten Gewohnheiten ausgeliefert sind, fernhalten. Wir müssen ihnen behilflich sein, insbesondere ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Möge Allah alle Jugendlichen vor solchen schlechten Dingen beschützen.

IGMG – Irschad-Abteilung