Freitagspredigt

Hutba – Tag der offenen Moschee im Zeichen des Propheten

30. September 2011

Verehrte Muslime,

unser Prophet Muhammad (saw) ist der letzte Gesandte Allahs. Er ist eine „Barmherzigkeit für alle Welt“ (Sure Anbiyâ, [21:107]) und „wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt“ (Sure Ahzab, [33:21]), wie es im Koran heißt. Sein Leben und Verhalten dienen den Muslimen als Maßstab und Quelle. Bei allen Fragen, sei es in Glaubensfragen oder in Fragen des Alltags, wenden wir uns an ihn.

Für die Muslime ist die Lebensweise des Propheten die praktische Form der koranischen Botschaft. Gott verweist im Koran selbst auf die Vorbildhaftigkeit des Propheten und ruft mehrmals dazu auf, dem Propheten Folge zu leisten: „Was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch.“ (Sure Haschr, [59:7]) Ein anderer Vers lautet: „Wenn ihr miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ (Sure Nisâ, [4:59])

Liebe Geschwister,

für Muslime ist das alles selbstverständlich. Doch was sehen Nichtmuslime in dem Propheten? Was wissen sie von unserem Propheten, der als letzter Gesandter Gottes zu allen Menschen spricht? Welches Bild haben sie von ihm? Eigentlich sind diese Fragen leicht zu beantworten. Mit dem Propheten verbinden nicht wenige Nichtmuslime eben nicht Barmherzigkeit (Rahma) und Gerechtigkeit (Adl), sondern leider nur Gewalt und Fanatismus. Die meisten, die so denken, also zum Beispiel unsere Nachbarn, Arbeitskollegen und Mitschüler, tun dies aber nicht aus Boshaftigkeit. Denn das Bild des gewalttätigen und fanatischen Propheten des Islams hat sich über Jahrhunderte gehalten und ist bis in unsere Zeit gelangt. Ihre Vorstellungen über den Gesandten Allahs basieren eher auf fehlendem Wissen.

Und genau an diesem Punkt müssen wir alle gemeinsam ansetzten. Der bevorstehende Tag der offenen Moschee am 3. Oktober bietet eine gute Gelegenheit hierfür. Denn nicht umsonst lautet das Motto des Tages der offenen Moschee 2011: „Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit“. Das Hauptanliegen dieses Tages sollte es sein, unser Verständnis von dem Propheten zu verdeutlichen und das verzerrte Bild von unserem Propheten geradezurücken.

Unsere Aufgabe am Tag der offenen Moschee – und nicht nur an diesem Tag – ist es deshalb, Wissen über unseren Propheten zu vermitteln – und zwar so, dass er für unsere nichtmuslimischen Besuchern nachvollziehbar und verständlich ist. Davon erhoffen wir uns, einen Beitrag zu einem besseren Verständnis zu leisten und Missverständnisse zu beseitigen. Möge uns Allah die Kraft geben, unseren Propheten mit unseren Worten und Taten in bester Weise zu erklären, damit ihn unsere Mitmenschen so sehen können, wie wir ihn sehen.

IGMG-Irschadabteilung

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