Freitagspredigt

Hutba – Tag der offenen Moschee

03. Oktober 2008

Verehrte Muslime,

heute ist der bundesweit durchgeführte Tag der offenen Moschee. Gemäß der Erkenntnis „Wer seine Tür öffnet, der öffnet auch sein Herz“, empfangen die Moscheen an diesem Tag, der dieses Jahr direkt im Anschluss an das Ramadanfest stattfindet, alle interessierten Nachbarn, Bürgerinnen und Bürger der Sadt und alle anderen Besucher. So wie in den letzten Jahren, werden auch heute die Moscheen ihre die Besucher in gewohnter Gastfreundschaft willkommen heißen. Die Moscheebesucher werden die Möglichkeit haben, die Kultur und Religion der Muslime besser kennenzulernen.

Die Gastfreundschaft ist dabei besonders bedeutend, da diese eine religiöse Pflicht und ein Erfordernis des Glaubens ist. In folgenden Versen wird diese Pflicht kurz wiedergegeben: „Und dient Allah und setzt Ihm nichts an die Seite. Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen, den Reisenden und zu denen, welche ihr von Rechts wegen besitzt. Siehe, Allah liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler.“ [4:36] Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Nachbarn Gutes tun. Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast bewirten. Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll gute Worte sprechen, oder schweigen.“ (Buchârî, Adab, 31; Muslim, İmân, 74)

Verehrte Geschwister,

selbstverständlich geht es beim Tag der offenen Moschee nicht darum, die Moscheebesucher möglichst gut zu bewirten. Vielmehr sollten wir uns darum bemühen, den Tag umfassender zu nutzen. So bietet dieser Tag eine gute Gelegenheit, die Moscheebesucher mit unserer Kultur und den Grundlagen des Islams bekannt zu machen. Denn wie man weiß, fürchten sich die Menschen vor dem Umbekannten. Vorurteile abzubauen und ein gerechtes Bild von uns und unserer Religion zu vermitteln, liegt also in unserer Hand. Hier liegt die große Chance des Tages der offenen Moschee. In einer Zeit, in der bestehende Vorurteile sich immer weiter festigen und wir mit einer großen Fülle von negativen Nachrichten überflutet werden, bietet dieser Tag die Gelegenheit, uns den Menschen persönlich vorzustellen. Neben all den Veranstaltungen und Angeboten des Tages der offenen Moschee ist es meist das einfache persönliche Gespräch, das ausreicht, um dem skeptischen Moscheebesucher zumindest zu zeigen, dass die Muslime und der Islam eben nicht dem vorherrschenden Bild entsprechen. Diese Erkenntnis dürfte auch ein Schritt zu einem respektvolleren Miteinander sein. Den Menschen, die wir einladen, sollten wir nicht nur die Tür der Moschee öffnen, sondern auch unsere Herzen.

Verehrte Muslime,

aus gegebenem Anlass wurden die Moscheen mehr als sonst auf einen Besuch vorbereitet. Neben der allgemeinen Reinheit wurden Reparaturen und Verschönerungen vorgenommen, soweit dies möglich war.

Das Wissen, dass an diesem Tag vermittelt wird, basiert auf den grundlegenden Quellen des Islams. Speisen, Präsentationen und Ausstellungen sollen den Moscheebesuchern die Kultur der Muslime etwas näher bringen. Gemäß der Praxis des Propheten sollte darauf geachtet werden, dass alle Gäste freundlich empfangen und möglichst gut behandelt werden. Die Zuvorkommenheit, die der Prophet beispielsweise den Christen aus dem Nadschran entgegengebracht hat, sollte uns als Vorbild dienen. Der Gesandte Gottes empfing diese Menschen in seiner Moschee, erlaubte ihnen während ihres Aufenthaltes dort zu wohnen und sogar ihre Gottesdienste in der Moschee zu verrichten. Uns steht es nicht zu, anders zu handeln, als unser Vorbild.

IGMG – Irschad-Abteilung

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