Freitagspredigt

Hutba – Treffen im „Dâr al-Arkâm“

05. Dezember 2008

Verehrte Muslime,

im Koran heißt es: „…Gewiss, Allah verändert die Lage eines Volkes nicht, solange sie sich nicht selbst innerlich verändern…“ (Sure Râd, [13:11]) Mit der im Vers genannten Veränderung ist sowohl eine Entwicklung zum Guten als auch zum Schlechten gemeint. Solange die Menschen ihre guten Eigenschaften nicht durch schlechte bzw. schlechte Eigenschaften durch gute ersetzen, werden sie sich nicht entwickeln. Selbstverständlich ist es das Ziel unserer Religion, das Schlechte durch das Gute zu ersetzten und die Menschen zum Guten zu führen. Es ist das Ziel des Islams, Individuen zu formen, die viele gute Eigenschaften in ihrer Person vereinen. Um authentisches Wissen (Ilm) vermitteln zu können und solche Menschen zu formen, müssen wir unsere Aktivitäten vermehren; daran führt kein Weg vorbei. Nur durch Wissen kann das Ziel der Formung eines guten Menschen und der Glückseligkeit auf Erden erreicht werden. Aus diesem Grunde schenkt der Islam der Bildung und Erziehung große Aufmerksamkeit. Dies wird umso deutlicher, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass die ersten offenbarten Verse des Korans vom Lesen handeln.

Verehrte Geschwister,

der Islam möchte Menschen formen, die sich ihrer selbst bewusst sind. Schon zu den Anfangszeiten des Islams wurden erste Schritte getan, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehören die Treffen bei der Kâba, im Hause des Propheten oder seines Gefährten Abû Bakr (ra) und insbesondere im Hause des Arkâm bin al-Arkâm. Aufgrund der Bedeutung dieser Treffen in der Anfangszeit des Islams wurde später jede Wohnstätte, in der sich Muslime zusammenfanden, um die Botschaft des Korans zu verstehen, als Dâr al-Arkâm (Haus des Arkâm) genannt. In der Tat hat Arkâm bin al-Arkâm den Grundstein dafür gelegt, die Botschaft des Islams bis in unsere Zeit zu transportieren. Allah möge ihnen allen gnädig sein.

Verehrte Muslime,

wir treffen uns mit anderen Muslimen, um über Dinge zu sprechen, die dem Gesandten Gottes gefallen und durch die wir das Wohlwollen Allahs erlangen können. Bei den Gesprächskreisen können wir von anderen Menschen lernen, sie belehren und uns gegenseitig zu guten Taten ermutigen. Wir können uns der kommenden Generation nur annehmen, wenn wir uns der Bedeutung dieser Gesprächskreise bewusst werden und unsere Häuser zum „Dâr al-Arkâm“ machen. Nur diese Häuser werden zu Stätten des Wissens und der Bildung, an denen man das Erwerben von Wissen als Gottesdienst (Ibâda) betrachtet. In diesem Sinne organisiert der IGMG-Jugendverband viele solcher Gesprächskreise. Unter dem Namen „2000 Gesprächskreise“ hat sich unser Jugendverband vorgenommen, zwischen dem 1. und dem 8. Dezember 2000 Hausbesuche in ganz Europa durchzuführen. Wir möchten sie alle bitten, an diesen Treffen teilzunehmen, andere dazu zu ermutigen oder selbst zu organisieren. Auf diese Weise erfüllen wir das Gebot des folgenden Verses und bemühen uns, uns der Jugend anzunehmen: „O ihr, die ihr glaubt! Rettet euch und euere Familien vor dem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind…“ (Sure Râd, [66:6])

IGMG-Irschadabteilung

Wichtige Notiz: Wir bitten all unsere Imâme, die Gemeindemitglieder erneut auf die Opfertierkampagne aufmerksam zu machen.

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