Freitagspredigt

Hutba – Vier Eigenschaften, die der Muslim meiden muss: Unbarmherzigkeit, Wut, Feindschaft und Hass

15. Mai 2009

Verehrte Muslime,

Barmherzigkeit (Rahma) ist einer der Namen Gottes sowie eine seiner Eigenschaften. Im Koran heißt es nämlich: „Und Allah ist überaus gütig gegen Seine Diener.“ [2:207], „Er ist gewiß der Vergebende, der Barmherzige.“ [39:53]

Im Koran werden diejenigen, die ihrer Wut und ihrem Zorn Einhalt gebieten, gelobt: „Und wetteifert um die Verzeihung eueres Herrn und einen Garten, der weit ist wie die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesfürchtigen; Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben und Allah liebt die Gutes Tuenden.“ [3:133] Und um Feindschaft zu vermeiden rät uns der Koran folgendes: „Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden.“ [41:34] Genauso muss sich der Muslim von jeder Art von Hass fernhalten. Unser Prophet hat uns angeraten, nichts zu tun, was die Menschen abstoßen könnte. Er sagte „Erleichtert, erschwert nicht.“ (Buchârî, Muslim)

Verehrte Geschwister,

ein Muslim soll immer barmherzig, tolerant, zuvorkommend und optimistisch sein und Wut, Hass sowie Vorurteilen keine Chance geben. Der Islam möchte solche Menschen formen. Doch wenn die Medizin nicht eingenommen wird, kann sie noch so gut sein; sie wird keine Wirkung zeigen. Nur ein erneuter Blick auf den Islam, so als würden wir zum ersten Mal von ihm hören, wird uns einen ungetrübten Blick in die Kraft dieser Religion geben. Denn diese Kraft brauchen wir vor allem, um unsere Kinder im Sinne des Korans und der Sunna zu erziehen.

Verehrte Muslime,

an dieser Stelle möchten wir die Aufmerksamkeit auf einige weitere Aussprüche des Gesandten Gottes lenken. Eines Tages kam ein Beduine zum Propheten und fragte: „O Gesandter Gottes, du küsst deine Kinder? Wir küssen unsere Kinder nicht.“ Daraufhin erwiderte der Gesandte Gottes „Was kann noch für dich tun, wenn Gott die Barmherzigkeit aus deinem Herzen entfernt hat?“ (Buchârî, Adab, 19)

In einem anderen Hadîth heißt es: „Wer seinen Zorn bändigt, obwohl er in der Lage wäre diesem freien Lauf zu lassen, den wird Gott im Jenseits in Anwesenheit aller Geschöpfe zu sich rufen…“ (Abû Dâwûd, Hadîth Nr. 4777)

Einem anderen Hadîth zufolge hat der Prophet gesagt: „Am Montag und am Donnerstag werden die Tore des Paradieses geöffnet und Gott vergibt die Sünden all seiner Geschöpfe, die ihm nicht beigesellen. Außer den Glaubengeschwistern, zwischen denen Feindschaft herrscht. Daraufhin wird dreimal ausgerufen: Gebt ihnen solange Zeit, bis sie sich versöhnt haben.“ (Muslim, Hadith Nr. 2565)

Mögen wir zu den Dienern Gottes gehören, die sein Wohlwollen erlangt haben.

 

IGMG-Irschadabteilung

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