Freitagspredigt

Hutba – Zum doppelten Feiertag

12. Oktober 2007

Verehrte Geschwister,

wir danken unserem Herrn, dass er uns gleich zwei Feiertage auf einmal erleben lässt, denn heute feiern wir das Ramadanfest und den Freitag. Möge unser Herr dies zum Anlass nehmen, Gutes für die gesamte Gemeinschaft Muhammads (saw) zu bescheren.

Verehrte Geschwister,

in diesen Tagen des Abschieds vom Ramadan erinnern wir uns, dass der Ramadan Anlass zu vielen guten Gewohnheiten war, die wir auch nach dem Ramadan weiterführen sollten. Zum Tarâwih-Gebet haben wir uns angewöhnt in die Moschee zu gehen und an der Gemeinschaft teilzunehmen und damit eine Tradition (Sunna) fortgeführt. Dies sollten wir nun auch beibehalten. Wieder im Ramadan, durch den Segen dieses Monats, haben wir in vollem Maße an den Hilfsaktionen teilgenommen und damit die Freude erlebt, unseren unterdrückten, benachteiligten und bedürftigen Geschwistern helfen zu können. Wir haben uns also zur Hilfe erzogen. Dies ist etwas, was für ein ganzes Jahr, ja sogar ein Leben lang erwünscht ist. Denn unser Prophet sagte: „Die Handlungen (Amâl), die Allah am meisten gefallen, sind diejenigen, die beständig sind, auch wenn es wenig ist.“ (Buchârî, İmân, 32) Aus diesem Grund sollten wir versuchen unsere gottesdienstlichen Handlungen regelmäßig zu vollziehen, um so zu den Menschen zu gehören, die Allah gefallen. Wir haben auch gefastet und uns so geistig in die Situation der armen, bedürftigen und ausweglosen Menschen versetzt, die sozusagen das ganze Jahr fasten. Durch die Zakât, die Fitra-Abgaben und andere materielle Gottesdienste (Ibâda) haben wir zumindest das Leid eines Teils dieser Menschen gelindert.

Verehrte Muslime,

das Leben geht weiter und jeder Lebensabschnitt bringt eine ihm eigene Verantwortung mit sich. Während ein Abschnitt beendet ist, kommt schon ein anderer Zeitabschnitt voller gesegneter Tagen. Wir befinden uns am Anfang des Monats Schawwal, indem beispielsweise einige Tage gefastet wird. Unser Prophet hat über das Fasten im Monat Schawwal folgendes gesagt: „Wer im Ramadan fastet und diesem im Schawwal sechs Tage anhängt, der ist so, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“ (Muslim, Sijâm, 204, Nr. 1164) Deshalb sollten wir, wenn wir die Möglichkeit dazu haben, diese Fastentage einhalten und die Belohnung für ein ganzes Jahr erhalten.

Verehrte Geschwister,

angefangen vom Schawwal, folgen zwei Monate, in denen zwei Gottesdienste stattfinden: die Pilgerfahrt (Hadsch) und das Opferfest (Kurbân). Wir danken Allah, dass durch das Wohlwollen unserer Geschwister das Kontingent der Hadsch-Organisation unseres Verbandes nach den Monaten der Pilgerfahrt erfüllt ist. In diesen Monaten werden unsere Geschwister, die die Pilgerfahrt antreten möchten, durch Seminare und Unterweisungen darauf vorbereitet. Da die Pilgerfahrt einmal im Leben durchgeführt wird, kann es sein, dass Wissenslücken vorhanden sind. Diese Defizite müssen, wenn auch minimal, behoben werden.

Auf der anderen Seite ist das mit der Pilgerfahrt verbundene Opferfest. Das Opfern ist ein materieller Gottesdienst und wird laut dem Vers „Darum bete zu deinem Herrn und opfere.“ [108:2] von jedem Muslim verlangt, der in Lage dazu ist. Wir bemühen uns diesen bedeutenden Gottesdienst durch die Organisation unseres Verbandes durchzuführen. So haben wir die Gelegenheit, den Sinn und die Weisheit, die hinter diesem Gebot liegen in der besten Weise in die Tat umzusetzen. Aus diesem Grund sollten wir die Opfertierkampagne sofort starten und gewissenhaft fortführen. Unser Ziel in diesem Jahr ist es, hunderttausend Opfertiere zu schächten, um noch mehr Menschen von diesem Dienst profitieren zu lassen und den Sinn dieses Gottesdienstes auf breiter Basis zu verdeutlichen. Wenn wir uns schon jetzt an die Arbeit machen, werden wir unser Ziel nicht nur erreichen, sondern auch übertreffen. Bevor wir unsere Hutba mit einer Überlieferung (Hadîth) beenden, beglückwünschen wir alle nochmals zu den beiden Festen und wünschen Frieden und Glück. Unser Prophet hat gesagt: „Wer in der Lage dazu ist, aber nicht opfert, soll sich unserem Gebetsplatz nicht nähern.“ (Ibni Mâdscha, Adâhi, 2)

IGMG – Irschad-Abteilung

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