Freitagspredigt

Hutba – „“¦ die beste Vorsorge Takwâ“

20. Juli 2012

Verehrte Muslime,

wir danken Allah, dass er uns auch dieses Jahr ermöglicht, den Ramadan zu erleben. Möge er unser Fasten und unsere guten Taten annehmen. Dieser Monat ist die ideale Gelegenheit unsere Gottesfurcht (Takwâ) zu pflegen. Gottesfürchtig zu sein bedeutet, sich von Fehlern fernzuhalten zu versuchen und gewissenhaft in der Einhaltung der Gebote Allahs zu sein.

Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr Allah fürchtet, wird er euch das Vermögen zur Unterscheidung (von Gut und Böse) geben und euch eure Missetaten vergeben und euch verzeihen; und Allah ist voll großer Huld.“ (Sure Anfal, [8:29]). Mit diesen Versen ruft Allah uns zu Takwâ auf.

Liebe Geschwister,

im Koran heißt es: „Dies Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“ (Sure Bakara, [2:2]). Mit diesem Verse wird deutlich, wie bedeutend Takwâ für den Gläubigen ist. Auffällig ist, dass es eine Rechtleitung für Gottesfürchtige (Muttakî) heißt und nicht, dass der Koran Rechtgeleitete zur Gottesfurcht führt. Das sollte uns zum Nachdenken bringen, denn hier geht hervor, dass Takwâ Voraussetzung für die Rechtleitung ist.

Takwâ bringt auch Verantwortung mit sich. Ein Gläubiger, der gewissenhaft Allahs Gebote einhält, um das Wohlgefallen seines Schöpfers zu erreichen, ist bestrebt, seiner Verantwortung gegenüber sich selbst, seiner Familie, ja sogar der gesamten Menschheit gegenüber nachzukommen.

Mithilfe von Takwâ kann das Gleichgewicht zwischen dem Diesseits und des Jenseits aufrechterhalten werden. Der Glaube daran spiegelt sich auch im Verhalten eines Muslims wieder. Ein Muslim sollte dieser Welt demnach nicht seinen Rücken kehren, aber gleichzeitig die Allmacht Allahs bedenken und nicht vergessen, dass der Tag der Abrechnung jederzeit kommen kann. Durch diese Reflexion beschreitet er dann eine Lebensweise, in der er sich über die Vergänglichkeit der weltlichen Gaben bewusst wird und dementsprechend seine Vorkehrungen trifft.

Verehrte Muslime,

es sollte verständlich geworden sein, dass ein Muslim ohne Takwâ undenkbar ist. Daher ist Takwâ das Hauptthema des diesjährigen Ramadans. Wir werden dieses Thema im Ramadan ausgiebig behandeln und hoffen somit unser Bewusstsein dafür stärken zu können, sodass Takwâ ein fester Bestandteil unseres Alltags wird. „[„¦] die beste Vorsorge ist Takwâ.“ (Sure Bakara, [2:197]) sollte zu unserem Lebensmotto werden, sodass es sich in unserem Alltag, unserem Fasten sowie allen anderen Gottesdiensten (Pl. Ibâdât) widerspiegelt. So ist es uns möglich, sowohl unserem Verhalten und unseren Gottesdiensten Aufrichtigkeit zu verleihen als auch Vorsorge für das Jenseits zu treffen.

In einem Bittgebet (Duâ) unseres Propheten heißt es: „O Allah! Gebe uns Rechtleitung, Takwâ, Tugend und ein weites Herz.“ (Muslim, Zikr, 72)

IGMG-Irschadabteilung

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