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Hutba: Al-Kuds – unser gemeinsames Erbe

07. Dezember 2017 Tesbih Yeşil Siyah
Tesbih Yeşil Siyah

Verehrte Muslime!

Al-Kuds – die Hauptstadt unserer Herzen. Die gesegnete Stätte des Friedens und der Barmherzigkeit. Al-Kuds – symbolisiert den Mihrâb des Propheten Zakariyyâ (a), die Keuschheit Maryams (a) und den Atem des Gesandten Îsâ (a). Die Stadt, zu der Mûsâ (a) sagte: „O Al-Kuds! Ich habe ein Auge auf dich geworfen.“ Al-Kuds – hier rastete Burâk, hier begann der Mirâdsch, hier lebte Imrân. Die Stadt der Herrlichkeit, die Stadt der Städte – dies ist Al-Kuds.

Al-Kuds ist die Stadt der Gesandten und Propheten am Fuße des Ölbergs, in die unser geliebter Prophet Olivenöl schickte, für die Öllampen des Masdschid Al-Aksâ. Diese Moschee gehört zu den Dreien, zu denen eine Reise von unserem Propheten empfohlen wird. In Mekka ist das „Haus Allahs“ und in Medina ist das des Propheten – Al-Kuds aber gehört der Umma. Das ist unser fester Glaube.

Lange Zeit haben die Muslime in Richtung Al-Kuds gebetet. Der Masdschid al-Aksâ war die erste Kibla des Islams. Al-Kuds und seine Moschee sind „gesegnet“, dort begann der Isrâ, also die Himmelsreise unseres Propheten. Im Koran heißt es:

Gepriesen sei der, der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm einige von unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Schauende.“[1]

Liebe Geschwister!

Al-Kuds ist das gemeinsame Erbe der Menschheit. So wie unser Prophet seine Himmelsreise in Al-Kuds begann, so wird auch die Reise der Umma in Al-Kuds beginnen. Al-Kuds war lange Zeit ein Ort des Friedens und der Gerechtigkeit – und nicht des Konflikts und der Ausgrenzung.

Verehrte Muslime!

Wir alle verfolgen mit Trauer und Sorge, wie Recht und Ordnung mit Füßen getreten werden. Internationale Vereinbarungen werden gebrochen, Al-Kuds wird zum Spielball der Politik gemacht. Es wird vergessen, dass schwere Fehler auch schwere Folgen haben.

Al-Kuds bzw. Jerusalem soll zur Hautstadt Israels erklärt werden. Diese Entscheidung der USA trägt ganz sicher nicht zum Frieden in der Region bei, sondern gießt Öl ins Feuer und macht den Frieden zwischen den zwei Staaten fast unmöglich. Jerusalem ist für Muslime, Juden und Christen eine wichtige Stadt. Der Frieden in der Region hängt vor allem auch von ihnen ab. Entscheidungen, die das unmöglich machen, helfen niemandem.

Die ersten Reaktionen gegen das Vorhaben gehen in die richtige Richtung. Denn eine solche Entscheidung wird sicher nicht auf die Region beschränkt sein, sondern auch Einfluss auf die umliegenden Länder haben. Viele Staaten, darunter auch Deutschland und Frankreich, haben das erkannt und das Vorgehen der USA kritisiert.

Liebe Geschwister!

Wir hoffen, dass diese gravierende Entscheidung so bald wie möglich rückgängig gemacht wird, damit die Menschen in der Region nicht in ein weiteres Chaos gestürzt werden. Wir beten zu Allah, dass Al-Kuds und alle anderen Teile der Welt, in denen Besatzung und Unterdrückung herrschen, bald befreit werden.

[1] Sure Isrâ, 17:1

Hutba-Al-Kuds ­ unser gemeinsames Erbe