Freitagspredigt

Hutba: Allah mit Geduld und Gebet um Hilfe bitten

10. Oktober 2014

Liebe Geschwister!
Unsere heutige Hutba handelt davon, wie wir uns mit Duâs an Allah wenden können.

Verehrte Muslime!
Unser soziales Leben ist bestimmten Regeln unterworfen, so sind auch das Beten und die Suche nach Hilfe an bestimmte Bedingungen gebunden. Wenn wir Allah um Hilfe bitten, ist ihm unsere Geisteshaltung, in der wir uns während des Bittgebets befinden, am Wichtigsten. Dazu zählen Aspekte wie die persönliche Einstellung, das Bewusstsein, unser Vertrauen sowie die Qualität und Ernsthaftigkeit unserer Duâs. Beim Beten müssen wir frei von jeglichen Zweifeln sein, dass Allah unsere Duâs nicht erhören wird.

Allah verlangt von uns, dass wir – wie in anderen Bereichen unseres Lebens – aktiv sind und auch bei unseren Duâs, die von uns erwartete Verhaltensweise an den Tag legen. Wie das auszusehen hat, zeigt uns Allahs selbst. Da er derjenige ist, der seine Geschöpfe am besten kennt, klärt er uns auch diesbezüglich auf.

Verehrte Muslime!
Im Koran werden zwei Bedingungen aufgezeigt, die beim Beten beachtet werden müssen: „O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe, Allah ist mit den Standhaften.“[1] Dem Koranvers zufolge ist die eine Bedingung Geduld und die andere ist das tägliche fünfmalige Gebet.

Geduld bedeutet, den Prüfungen des Lebens mit Standhaftigkeit zu begegnen. Angesichts von Schwierigkeiten dürfen wir weder in Hoffnungslosigkeit fallen, noch das Jenseits vergessen. Vielmehr sollten wir stets daran denken, dass diese Hindernisse eine Prüfung für uns sind. Indem wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, welche Lehren wir aus den Problemen ziehen müssen, können wir uns vor negativen Handlungsweisen schützen.

Das tägliche fünfmalige Gebet ist eine Ibâda, die uns lehrt, standhaft zu bleiben. Das Gebet sorgt dafür, dass wir unsere Beziehung zu Allah täglich pflegen, unsere Zeit und unser Leben Allahs Regeln entsprechend gestalten und ihm einen Sinn verleihen. Damit lehrt uns das Gebet, stets eine Haltung zu Tage zu legen, die mit dem Takwâ-Bewusstsein einhergeht.

Verehrte Muslime!
Wenn wir die Hände zum Bittgebet erheben, müssen wir uns mit Geduld und Standhaftigkeit Allah zuwenden und ihn um Hilfe bitten. Denn Allah möchte von uns, dass wir ihn aktiv um etwas bitten. Bei unserem Hilfegesuch müssen wir lösungsorientiert handeln und auf Zeichen achten, die zur Problemlösung beitragen können. Denn nur auf diese Weise, werden wir die Bedingungen erfüllen, die dafür wichtig sind, dass Allahs Hilfe uns erreicht.

Im folgenden Koranvers wird darauf hingewiesen, Allah zu vertrauen und seine Zeichen und Gebote zu beachten: „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe, ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er mich ruft. Doch auch sie sollen meinen Ruf hören und an mich glauben; vielleicht schlagen sie den rechten Weg ein.“[2]


[1] Sure Bakara, 2:53[2] Sure Bakara, 2:186