Freitagspredigt

Hutba: Allah verbietet Unterdrückung

12. Juli 2016 Minbar
Minbar

Verehrte Muslime!
Nur wer im Herzen keine Gottesfurcht hat und nicht an die Abrechnung im Jenseits denkt, ist fähig, andere zu unterdrücken. Allah verbietet jede Art von Unterdrückung. Er verwehrt den Unterdrückern seine Hilfe und droht ihnen seine Strafe an. In einem Hadith kudsi sagt Allah: „Ich habe mir die Unterdrückung selbst für haram erklärt. Auch unter euch habe ich sie verboten.“[1]

Gerecht zu handeln und sich mit aller Kraft gegen Unterdrückung zu stellen gehört zu den Eigenschaften des Muslims. Denn schon das Schweigen angesichts von Unterdrückung macht einen mitschuldig. Man wird quasi selbst zum Unterdrücker. Es ist haram, Unterdrückung hinzunehmen und nichts zu tun, wenn man die Möglichkeit hat, sich dagegen zu stellen. Jeder ist für das verantwortlich, wozu er imstande ist.

Liebe Geschwister!
Unterdrückung bleibt niemals ohne Folgen. Allah gewährt den Unterdrückern Aufschub, aber spätestens im Jenseits, wenn nicht schon früher, müssen sie für ihre Taten gerade stehen. Allah, der Erhabene, sagt: „Glaube bloß nicht, dass Allah das Verhalten der Ungerechten unbeachtet lässt. Siehe, er säumt mit ihnen nur bis zum Tage, an dem die Blicke starr werden.“[2]

Allah lässt die Unterdrückten nicht unbeachtet, er gibt ihnen lediglich einen Aufschub. Unser Prophet sagte: „Ohne jeden Zweifel gibt Allah den Unterdrückern einen Aufschub, und wenn er sie erwischt, gibt er ihnen keine Gelegenheit zur Flucht.“[3]

Im Koran wird den Tyrannen folgendes angedroht: „Ihnen werde die Hölle zum Lager und zur Decke (aus Feuer). Und so belohnen wir die Sünder.“[4]

Einem Despoten beizustehen heißt, sich Allah zu widersetzen. Damit ist nicht nur die tatkräftige Hilfe gemeint. Schon die innerliche Unterstützung seiner Person und Taten ist Grund zur Strafe. Allah ermahnt uns: „Und neigt euch nicht denen zu, die Unrecht begehen, sonst erfasst euch das Feuer. Und außer Allah habt ihr keinen Beschützer und findet ihr keinen Helfer.“[5]

Sich nicht gegen Unterdrückung und Unterdrücker zu stellen ist ebenfalls eine große Sünde. Unser Prophet sagte in diesem Zusammenhang: „Ich schwöre bei Allah: Entweder gebietet ihr das Gute, verbietet das Schlechte, haltet die Hand des Unterdrückers zurück und verhindert die Unterdrückung, führt ihn zum Recht und haltet das Recht über ihm; oder Allah der Erhabene macht eure Herzen denen der Unterdrücker gleich.“[6]

Verehrte Muslime!
Alle Propheten kämpften gegen Unterdrücker und Tyrannen. Sie stellten sich auf die Seite der Unterdrückten, Bedrängten und Benachteiligten und setzten sich für den Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit ein.

Möge Allah, der Erhabene, unsere Herzen davor schützen, sich vor Unterdrückern zu beugen!

[1] Muslim, Birr, Hadith Nr. 2577/4
[2] Sure Ibrâhîm, 14:42
[3] Muslim, Birr, Hadith Nr. 2583
[4] Sure Arâf, 7:41
[5] Sure Hûd, 11:113
[6] Abû Dâwûd, Malahim, Hadith Nr. 4336

Hutba-Allah verbietet Unterdrückung

Hutba-Arabisch

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