Freitagspredigt

Hutba- Besonnenheit und Rechtschaffenheit eines Muslims

04. August 2006

Verehrte Muslime,

Muslimsein bedeutet, ernsthaft, repräsentativ, würdig, rechtschaffen und mäßig zu sein und dementsprechend zu handeln. Jemand der sein Wort nicht hält, unermesslich, widersprechend und unausgeglichen ist, kann den Islam nicht widerspiegeln. Der Islam lobt Menschen, die nicht von Wahrheit und Gerechtigkeit abweichen, auch wenn sein eigener Feind Recht behält und seine Angehörigen und sogar sich selbst verurteilt, wenn sie in Unrecht sind. Einen Gläubigen mit diesen Eigenschaften nennen wir Mu’min oder Muslim. Allah teala gibt uns die Botschaft, dass er solche Gläubige belohnen und bevorzugen wird.

Liebe Geschwister,

vor allem möchte ich heute die Themen Ausgeglichenheit, Gradlinigkeit und Mäßigkeit eines Muslims behandeln. Mäßigkeit heißt rechtschaffen sein; nicht die Grenzen zu überschreiten und in den Worten wie in den Taten eins zu sein. Unsere Taten und Worte müssen übereinstimmen und in Einklang sein. Unsere Taten dürfen keinen Hass oder Schlechtes erwecken. Sich an einen solchen Maßstab zu halten, ist nicht einfach aber letztendlich der Sieg in beiden Welten. Die Muslime, die durch unseren geliebten Propheten zum Islam übergetreten sind, haben ihren Eid, den sie unserem Propheten geleistet haben, ein Leben lang nicht gebrochen und sind deshalb zu Vorbildern aller Gläubigen geworden.

Verehrte Brüder und Schwestern,

Allah teala macht uns im Koran darauf aufmerksam, dass sobald wir die Grenzen übertreten, wir bei Allah teala Abneigung erwecken werden. „O ihr, die ihr glaubt! Warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Große Abscheu erzeugt es bei Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut!“ (Saff 3-4)

Diejenigen, die nach diesem Vers keine Muslime sein können hat unser Prophet (saw) härter beanstandet und diesen Zustand als Zeichen eines Heuchlers erklärt:

„Ein Heuchler besitzt drei Kennzeichen, auch wenn er fastet, das Gebet verrichtet und behauptet, er sei Muslim. Wenn er spricht, lügt er. Wenn er ein Versprechen gibt, bricht er es und wenn ihm etwas anvertraut wird, betrügt er.“ (Buhari, Muslim)

Um dem Heuchler nicht zu gleichen, muss ein wahrer Muslim stets sein Wort halten und seine Rechtschaffenheit wahren. Wenn er nicht in der Lage ist, sein Wort zu halten, sollte er lieber schweigen und kein Versprechen eingehen. Denn es ist bei Allah teala eine schwerwiegende Sünde, sein Wort zu brechen. Solche Unglaubwürdigkeiten sind mit dem Glauben nicht vereinbar.

Verehrte Muslime,

die Religiosität eines Menschen misst man mit seinen Taten nicht mit seinen Worten. Außerdem ist es wichtig, dass jemand, der andere des Guten belehrt, sich selber an seine Belehrungen halten muss. Unser Herr ermahnt uns entsprechend im Koran: „Wollt ihr (Juden) den Leuten Frömmigkeit gebieten und euere eigene Seelen vergessen, wo ihr doch die Schrift (Thora) lest? Habt ihr denn keine Einsicht?“ (Al-Baqara 44)

Laut einem Hadis, der von Usame bin Zeyd (ra) überliefert wurde, heißt es: „Am Tage der Abrechnung wird eine Mann in die Hölle geworfen. Vor dem Grauen der Hölle quellen seine Gedärme heraus und fangen an, sich wie ein Mühlpferd zu drehen. Die Höllenbewohner versammeln sich um ihn und fragen: “ Du warst doch ein Prediger, der Gutes empfahl und vom Schlechten abriet, warum erleidest du trotzdem solch eine Qual?“ Der Mann antwortet: Ja! Ich befahl das Gute und untersagte das Schlechte. Doch ich selber tat stets das Gegenteil. (Muslim)

Gleichermaßen ermahnte unser Prophet (saw) einen seiner Gefährten, der etwas über den Islam lernen wollte: „Sag, dass du an Allah teala glaubst und handle danach rechtschaffen.“ (Muslim, Iman, 62)

Verehrte Muslime,

zu unserer Zeit gibt es kaum Menschen, die die Schönheiten des Islam nicht gehört haben und seine Vorzüge nicht kennen. Aber die islamischen Eigenschaften tragen leider nur wenige. Deshalb können die Muslime mit ihrem Glauben nicht dasselbe bewirken, was die Muslime in den früheren Zeiten bewirkt haben. Eines der Gründe hierfür sind die Uneinigkeiten, die die Muslime mit ihren Worten und Taten präsentieren. Dieses Verhalten führt wiederum zu einem negativen Bild über die Muslime. Um dieses Bild zu verbessern, müssen wir uns an die Maßstäbe unseres Herrn und unseres Propheten (saw) halten.

Die drei gesegneten Monate, in denen wir uns befinden, sind eine gute Gelegenheit, unser Inneres mit unserem Äußeren zu vereinen. Nutzen wir diese Gelegenheit und suchen wir Wege, wie wir zu aufrichtigen Muslimen werden können. Möge Allah teala uns zu rechtschaffenen Muslimen machen“¦

IGMG Irschad-Abteilung

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