Freitagspredigt

Hutba – Das Familienleben des Propheten

13. Mai 2005

Verehrte Gemeinde,

der Mensch ist das vollkommenste Wesen auf der Welt. Denn er hat einen Verstand.

Heute steht jedoch dieses Familienmodel sehr großen Problemen gegenüber. Schon allein die Kenntnis über das Familienleben des Propheten Muhammed (Friede sei mit ihm) und die praktische Nachahmung dessen, würde dazu führen, dass diese Probleme von alleine gelöst werden.

Denn der Koran beschreibt den Propheten als „vorbildlichen“ Menschen: „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“ (Sura: Al-Ahzab, Ayat: 21)

Liebe Brüder und Schwestern,

obwohl es um den Propheten Muhammed (saw) hunderte von Menschen gab, die nur darauf warteten, um ihm dienen zu können, hat Er (saw) seine persönliche Arbeit stets selbst erledigt. Zu Hause hat er seine Kleider alleine gewaschen, seine Flicken selbst genäht, seine Schuhe selbst repariert, seine Schafe gemelkt, sein Kamel gefüttert, mit seinem Diener zusammen an einem Tisch gespeist und mit ihm zusammen den Teig zubereitet. Seine Einkäufe trug er allzeit alleine. Zu Ebu Hurayra, der ihm dabei zur Hand gehen wollte, sagte Er (saw): „Es ist besser, wenn jeder seine Sache selbst trägt.“

Auch die Nachfolger des Propheten (saw), Omar (ra) und Ali (ra) folgten diesem Ideal und verdienten ihren Lebensunterhalt selbst, auch nachdem Sie das höchste Amt des Kalifen bekleideten.

Verehrte Gemeinde,

der Grund warum wir heutzutage nicht genauso handeln, hängt mit unserer teilweise falschen Erziehung zusammen. Wir sollten uns jedoch im Klaren sein, dass ein Mann, der sich schämt seiner Frau zu helfen, gegen die Religion handelt.

Esved bin Yezid sagte: „Die Ehefrau des Propheten Aisha wurde einmal gefragt, was der Prophet zu Hause tat? Aisha sagte: „Er half seiner Familie; und sobald der Muezzin zum Gebet rief, ging er beten.“ (Buhari, Tirmizi) Eines Tages wollte der Prophet von seiner Familie ein Stück Brot und etwas Beilage. Seine Familie antwortete, dass außer Essig nichts mehr übrig geblieben ist. Daraufhin bat der Prophet um die den Essig und sagte sagte: „Essig ist eine sehr gute Beilage“, und aß es.

Ebu Hurayra sagt: „Der Prophet beschwerte sich nie über das Essen. Wenn es ihm gefiel aß er es; ansonsten sagte Er nichts. Der Prophet besuchte seine Familie hauptsächlich im Anschluss an die Morgen- und Nachmittagsgebete und erkundigte sich um ihr Wohlergehen und hörte sich ihre Sorgen an. Er kränkte weder einen seiner Familienmitglieder, noch einen anderen Menschen. Er war stets ein gerechter Ehemann und ein barmherziger Vater.

Der Prophet (saw) sagte einmal: „Der gläubigste Muslim ist der mit dem besten Verhalten. Der Beste von euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“ (Tirmizi) Der Prophet kümmerte sich nicht nur um seine Frauen, sondern auch um deren Verwandten. Immer wenn er ein Schaf schlachtete, ließ Er einen Teil davon den Freunden seiner verstorbenen Frau Chatidsche schicken.

Liebe Muslime,

wenn von dem Familienleben des Propheten gesprochen wird, sollte man nicht nur an seine Frauen und an seine Kinder denken. Zu seiner Familie gehörten Diener, Kinder die er unter seinen Schutz genommen hatte, Enkel und Stiefkinder. Auf Grund seines barmherzigen Verhaltens wollte sich keiner von diesen Familienmitgliedern von dem Propheten trennen.

Nach der Hidschra vertraute seine Mutter den zehnjährigen Enes dem Propheten (saw) an. Enes berichtet, dass der Prophet ihn niemals fragte, wieso er etwas getan hat und wieso er etwas nicht getan hat. Er habe mit ihm nie geschimpft.

Der Prophet hatte seine Frauen zu Lehrerinnen ausgebildet. Seine Frau Aischa, die bis zu 2210 Hadise überlieferte, war eine der Gelehrten unter seinen Gefährten. Der Prophet versammelte sich abends mit seinen Familienangehörigen und unterhielt sich mit ihnen. Abgesehen von der religiösen Unterweisung, scherzte und lachte der Prophet (saw) mit seiner Familie. Er sorgte für die Entspannung und Unterhaltung seiner Familie und schickte sie zu öffentlichen Veranstaltungen.

An einem Feiertag half er seiner Frau Aischa bei der Besichtigung einer Feier der Abessiner. Der Prophet veranstaltete mit seiner Frau rennen, spielte mit seinen Enkeln, nahm sie in seine Arme und küsste sie.

In der Hoffnung ein Wanderer dieses gelobten Weges zu sein“¦

IGMG Irschad-Abteilung

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