Freitagspredigt

Hutba- Das Fasten und die Selbstkontrolle

07. Oktober 2005

Verehrte Muslime,

In dem obigen Vers sagt unser Herr:

„O ihr Gläubigen, vorgeschrieben ist euch das Fasten, wie es den Früheren vorgeschrieben ward: Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.“

Aus diesem Koranvers sehen wir, dass Allah teala das Fasten für uns verbindlich gemacht hat, wie für diejenigen, die uns vorausgingen. Daraus erkennen wir, dass das Fasten nicht nur für die Gemeinschaft des Propheten Muhammeds vorgeschrieben ist, sondern auch für die vorherigen Religionsgemeinschaften Pflicht war.

Am Ende des Verses deutet unser Herr auf das eigentliche Ziel und Zweck des Fastens hin: „Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig und aufrichtig.“

Also ist es wichtig, dass der Fastende mit Aufrichtigkeit fastet, damit er die Stufe der Gottesfürchtigen erlangen kann.

Liebe Brüder und Schwestern,

Damit wir mit unserem Fasten die Stufe der Gottesfürchtigen erreichen, müssen wir auf äußere und innere Vorraussetzungen achten, die das Fasten als aufrichtige und wahre Tat hervorbringen. Neben der Enthaltung von

Essen und Trinken, müssen wir unser Verhalten auch dementsprechend kontrollieren. Deshalb sollte ein Muslim von morgens bis abends sich bewusst sein, warum und für wen er fastet. Er darf auch nicht vergessen, dass er den ganzen Tag damit im Gottesdienst ist.

Unser geliebter Prophet sagt dazu in einem hadis:

„Das Fasten ist ein Schutz. Wenn einer eines Tages fasten sollte, dann sollte er kein schlechtes Wort verlieren und niemanden anschreien. Und wenn ihn jemand provoziert und einen Streit anfechtet, soll er zu ihm “ ich faste!“ sagen und sich von ihm fernhalten.“ (Buhari, Savm 2,9, Müslim, Siyam 164)

Liebe Geschwister,

Das Fasten ist eine besondere Beziehung zwischen dem Menschen und Allah teala. Die anderen Gottesdienste verrichtet der Mensch teilweise für sich selbst, aber das Fasten verrichtet er nur für Allah teala. Aus diesem Grund sagt Allah der Erhabene:

“ Das Fasten ist Mein, und Ich bin es, der es belohnt.“ (Hadis qutsi, nach Buhari)

Ein Fastender sollte deshalb bei diesem Gottesdienst nur das Wohlwollen seines Herrn erhoffen und an seine Geschwister, die die meisten Tage des Jahres in Hunger und Not verbringen, denken. Er sollte ihren Leid nachempfinden können und ihnen seine helfende Hand reichen. Er sollte seinem Schöpfer gegenüber für die unbeschränkten Gaben Dankbarkeit erweisen.

Wir sollten auch stets bemüht sein, uns vor unseren schlechten Charaktereigenschaften zu befreien und am Ende dieses gesegneten Monats einen Neuanfang in unserem Leben machen. Der Fastenmonat ist die beste Gelegenheit, uns selbst zu kontrollieren und unser Ego zur Rechenschaft zu ziehen. Wie wir im Ramadan uns vom Essen und Trinken fernhalten, sollten wir uns auch nach diesem Monat vom Schlechtem und Unnützlichem entfernen. Wenn wir dies erreichen, erwartet uns folgende frohe Botschaft unseres Propheten:

„Der Fastende wird zwei Freuden kennen: die Freude des Fastenbrechens und die Freude der Begegnung mit seinem Herrn. Und der Geruch, der dem Munde des Fastenden entströmt, ist nach Allah tealas Befinden besser als der Geruch von Moschus.“ (Buhari)

Möge Allah teala unser Fasten und unsere anderen Gottesdienste annehmen. Ich wünsche euch für den Rest des Monats noch segensreiche Ramadantage“¦

IGMG Irschad Abteilung