Freitagspredigt

Hutba – Das Leben ist voller Veränderungen

16. November 2012

Verehrte Muslime,

seit der Zeit des Propheten Adam (as) leben die Menschen in Gemeinschaften mit unterschiedlicher Herkunft, einem anderen Glauben und verschiedenen Sichtweisen. Seither hat Allah die Menschen niemals sich selbst überlassen. Mit dem Koran hat er hat ihnen einen Wegweiser für das Leben herabgesandt, damit die Menschen ein Leben in Frieden und Ordnung führen können. Zu Beginn der Sure Asr, der 103. Sure im Koran, finden wir einen Schwur auf die Zeit. In dieser Sure betont Allah die Wichtigkeit der Zeit. Er teilt uns mit, dass sie nur von Menschen gut genutzt wird, die ihren Schöpfer kennen und Gutes tun.

Liebe Geschwister,

unser Leben ist dem Gesetzt der Zeit unterworfen. Es ist bestimmt durch Geburt, Heranwachsen, Altern und Tod. Uns unterscheidet im Gegensatz zu anderen Lebewesen aber, dass wir uns innerhalb dieser Zeit sozial, religiös und kulturell entwickeln und ein soziales Umfeld aufbauen können. Kurz: Der Mensch führt ein Leben, das sich stets verändert. Schon ein kurzer Blick auf die Geschichte verschiedener Gesellschaften reicht, um diese Tatsache zu erkennen.

Diese Eigenschaft des menschlichen Lebens ist seit jeher Grund für Entwicklungen in der Gesellschaft, aber auch Ungerechtigkeiten und Kriege. Die Bemühungen jedes einzelnen Menschen, die Gesellschaft zu formen und zu leiten können also zu positiven oder negativen Ergebnissen führen. Und genau hier weist uns die Sure Asr den Weg: „Der Mensch kommt bestimmt ins Verderben, außer denen, welche glauben und Gutes tun und sich gegenseitig zur Wahrheit anhalten und sich gegenseitig anhalten zur Geduld.“ (Sure Asr, 103:1-3) Diese Verse sagen uns Menschen, dass wir nur auf dem richtigen Weg sind, wenn wir glauben, Gutes tun und uns selbst und anderen das Richtige und die Geduld nahelegen.

Verehrte Muslime,

es ist ganz natürlich, dass Zeit und Umstände Gesellschaften verändern. Manchmal bemerken wir es, und es kann uns sogar Angst machen, dass vieles in unserer Gesellschaft und Familie nicht so ist wie früher. Natürlich fragen wir uns, wohin das alles führen soll und suchen nach Lösungen.

Allah sagt uns im Koran: „Gewiss, Allah verändert die Lage eines Volkes nicht, solange sie sich nicht selbst innerlich verändern.“ (Sure Râd, 13:11) Mit diesem Vers wird uns eine große Verantwortung aufgetragen. Falls es also mal in eine schlechte Richtung läuft, müssen wir zusammenfinden und darüber sprechen. Wir müssen etwa die Funktion unserer Moscheen überdenken und noch mehr Leben in sie bringen, indem wir unsere Familien und vor allem unsere Kinder noch stärker in das Gemeindeleben einbinden. Nur so kann dieser Ort zu einem Ort wahrer Gemeinschaft werden. Möge Allah uns zu denen zählen, die ihre Zeit gut nutzen, Gutes tun und zum Guten leiten. Und möge er uns die Erziehung unserer Kinder zu vorbildlichen Persönlichkeiten erleichtern.

IGMG Irschadabteilung