Freitagspredigt

Hutba – Das Leben und der Glaube

06. Mai 2005

Verehrte Brüder und Schwestern!

Im Koran gibt es zahlreiche Verse, die uns den Sinn des Lebens zeigen und uns lehren, wie wir im Diesseits unser Leben zu gestalten haben. In einem dieser Verse sagt unser Herr: „Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen(anbeten).“ (Zariyat 56)

Die erste und wichtigste Voraussetzung zum Dienst für den Herrn ist, dass wir mit tiefer Überzeugung und Demut ihm Glauben schenken. Durch einen guten Charakter und ein entsprechendes Verhalten muss sich unser Glaube auch nach außen spiegeln. Insbesondere müssen wir gegenüber allen Lebewesen und Menschen bescheiden und liebenswürdig sein. Aus diesem Grund verpflichtet uns unser Glaube dazu, uns an einen Maßstab des guten Charakters zu halten. Beispielsweise ist es unmoralisch und ungerecht auf betrügerischem Wege Gewinne zu erzielen und die Rechte der Mitmenschen zu missachten. Diese Verhaltensweisen sind die schlimmsten Schwächen der Menschen. Den rechtmäßig erworbenen Gewinn für Verbotenes und Schlechtes auszugeben, ist genauso eine Schwäche und ein Fehler.

Leider liegt es in der Natur des Menschen, derartigen Lastern zu verfallen. Es ist jedoch wichtig sich von diesen Schwächen zu befreien.

Allah teala verlangt von uns, dass wir seine ethischen Gebote achten, uns moralisch festigen und unsere Seelen reinigen. Deshalb gehört die regelmäßige Prüfung unseres eigenen Willens zu den wichtigsten Punkten der irdischen Prüfung. Dies ist nur möglich, indem wir die rituellen Gebete, die uns von unserem Herrn vorgeschrieben sind, verrichten und uns an seine Gebote halten. In diesem Zusammenhang sagt unser Herr:

„Denn dies ist Mein rechter Weg. So folgt ihm und folgt nicht (anderen) Pfaden, damit ihr nicht von Seinem Pfad getrennt werdet. Dies gebot Er euch, damit ihr gottesfürchtig seid.“ (An`am 153)

 Verehrte Muslime!

Wir sollten ein Leben im Rahmen dieser Kriterien führen. Denn das Leben ist vergänglich und vergeht wie im Fluge. Wir nähern uns täglich dem ewigen Leben. Im Koran wird darauf hingedeutet, dass das irdische Leben von dem Tod unterbrochen wird und dass dann das ewige Leben anbricht. Also ist der Tod nichts anderes als der Anfang eines neuen und ewigen Lebens. Weiter sagt uns der Koran, dass wir für unsere Taten Rechenschaft im nächsten Leben ablegen müssen. (Muhammed Esed, die Botschaft des Korans)

Letztendlich, liebe Brüder und Schwestern!

Dieses Leben ist kurz und Allah teala prüft unser Verhalten im Umgang mit Menschen und Tieren und all dem anderen Erschaffenen. Allah teala achtet darauf, ob wir die Menschen und Lebewesen mit Gerechtigkeit und Barmherzigkeit behandeln oder ob wir sie ungerecht und schlecht behandeln.

„Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“ (Zalzalah 7-8)

Das Gute und das Schlechte sind zwei gegensätzliche Verhaltensweisen und wir werden im Jenseits auf jedem Fall nach unserer Wahl bewertet. Diejenigen, die ihr Leben mit Gutem schmücken werden auch im Jenseits die ewige Glückseligkeit erreichen. Und diejenigen, die ihr Leben mit Schlechtem verbringen werden im Jenseits mit Unglück und Schmerzen konfrontiert.

Mögen wir auch von denjenigen sein, die bis zum Ende ihres Lebens nicht von der Gerechtigkeit und von der Wahrheit abweichen und der koranischen Botschaft folgen und ihren Dank für die unendlichen Gaben unseres Herrn erbringen“¦

Ich beende meine Hutba mit diesem Vers: „An diesem Tage werdet ihr dann gefragt werden, was ihr aus den Gaben des Lebens gemacht habt.“ (Takathur 8)

IGMG -Seelsorge

P.S: Wir laden nochmals alle Familien mit ihren Freunden und Angehörigen zum „Familientag“ am 14./15. Mai in Kerpen (Hauptsitz der IGMG) herzlich ein.

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