Freitagspredigt

Hutba – Das Wohlwollen Allahs gewinnen

20. August 2004

Verehrte Muslime,
Auch wenn wir uns mit aller Kraft und all unserem Verlangen an diese Welt binden, so müssen wir uns doch bewusst werden, dass sie vergänglich ist. Das Diesseits ist sicherlich nur eine Prüfungsstation. So sagt unser Herr im glorreichen Koran: „Er (Allah) ist der, der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende.“ (Al-Mulk 30, 2)

An diesem Prüfungsort haben an sich nur die Bemühungen und die Arbeiten auf dem Weg Allahs einen Wert. Im Gegensatz dazu sind das grenzenlose Eifern nach weltlichen Gütern, Macht und Geld nur leere Betätigungen. Sie führen den Menschen nur in Verderben und Entbehrungen.

Viele Reiche haben auf dieser Welt verweilt und sind auch wieder davon gegangen. Aber was ist von ihrem Eigentum, ihren Gütern, ihren prachtvollen Reichtümern zurückgeblieben? Wo sind diese Menschen hingegangen und was konnten sie von ihren Schätzen dorthin mitnehmen? Weltliche Güter, die nicht auf dem Wege Allahs verbraucht wurden, haben im Jenseits keine Bedeutung und keinen Wert. Was dort gültig ist, ist der rechte Glaube und die im Gedenken an das Wohlwollen Allahs getätigten guten Taten.

Liebe Gläubige,
Etwas wertvolleres als weltliche Güter stellt uns Allah teala im Koran vor: „Sprich: „Soll ich euch Besseres als dies verkünden?“ Die Gottesfurchtigen finden bei ihrem Herrn Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen, und reine Partner und Allahs Wohlgefallen. Und Allah sieht Seine Diener wohl.“ (Ali Imran 3, 15).

Unser geliebter Prophet sagt in einem Hadith: „Wenn das Volk des Paradieses in die Paradiesgärten eintritt sagt Allah teala zu ihnen:
– Wenn ihr noch etwas anderes wollt, dann lasst es mich erhöhen: Worauf diese entgegnen:
– O Herr was kann es besseres geben, als das worin wir uns befinden?
Darauf Allah teala:
– Mein Wohlwollen. Von nun an werde ich nie meinen Zorn auf euch richten (werdet ihr mein Wohlwollen haben).
“ (Buchari, Rikak 51)

Aus diesem Grund, liebe Brüder und Schwestern,
was wir in diesen gezählten Tagen tun können, in denen wir nur eine haaresbreite vom Tod entfernt sind und Azrail jederzeit vor unserer Tür stehen kann, ist, Allah teala zu lobpreisen, sich nach ihm zu richten und unsere Gebete nicht zu vernachlässigen.

Die drei Monate stehen vor der Tür und weisen uns wie jedes Jahr wieder auf unser Erschaffensein hin. In diesen drei Monaten sind solche besonderen Nächte, in denen Allah uns noch mehr mit seiner Barmherzigkeit überschüttet.
* Die Regaib-Nacht, die Nacht der Barmherzigkeit in der Allah teala seine Geschöpfe reich beschänkt.
* Die Miradsch-Nacht, die Nacht in der das fünfmalige Beten uns gegeben worden ist.
* Die Beraat-Nacht, die Nacht der Erlösung in der allen Gläubigen, die Allah keine anderen Gottheiten beigesellen, alle Sünden vergeben werden.
* Die Kadir-Nacht, die Nacht, die wertvoller ist als tausend mit gebeten verbrachte Monate.
Wenn selbst diese drei Monate, diese besonderen Nächte, in denen die Menschen mit Vergebung und Barmherzigkeit überschüttet werden, nicht mehr genutzt werden, um wieder zu sich und zu seinem Herrn zu finden, so zeugt dies gerade nicht von der richtigen Einstellung der Gläubigen.

Wenn es denn in unserem Leben Taten und Einstellungen gibt, die nicht dem Geist des Islam entsprechen, so muss dieser Entwicklung Einhalt geboten werden. Glückseligkeit und Erlösung sind nur über den Dienst gegenüber Allah, gute Taten und über das Bestreben, Sein Wohlwollen zu erhalten, zu erreichen. Erlösung erhalten nur die, die das Wohlwollen Allahs für sich gewinnen. Wer sich ihm abkehrt, läuft jedoch ins Verderben. Welch Freude für die, die Sein Wohlwollen erhalten, welch Freude für die aufrichtigen Gläubigen.

IGMG Seelsorge – Öffentlichkeitsarbeit